Autobahn bei Lyon Deutscher Reisebus verunglückt - mindestens 29 Tote

Die meisten Opfer des schweren Busunglücks in der Nähe der französischen Stadt Lyon kommen offenbar aus Norddeutschland. Die Polizei vermutet überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache.

Hannover - Es seien 79 Menschen an Bord gewesen, die überwiegend in Norddeutschland zugestiegen seien, sagte ein Sprecher des Niedersächsischen Innenministeriums am Samstag in Hannover. Seinen Angaben zufolge sind mindestens 25 Menschen bei dem Unfall getötet worden. Nach französischen Angaben erhöhte sich die Zahl der Toten auf mindestens 29.

Der Bus war am frühen Morgen auf der Autobahn bei Lyon auf nasser Straße verunglückt und hatte sich überschlagen. Die Passagiere hatten die Reise in einer Lotterie gewonnen. Unter ihnen befanden sich Menschen aller Altersgruppen - von Jugendlichen bis zu Rentnern. Das Auswärtige Amt in Berlin richtete unter der Nummer 030/50001000 eine Hotline ein.

Erst in der vergangenen Woche waren bei einem Busunglück in der Nähe des Plattensees in Ungarn 33 deutsche Urlauber ums Leben gekommen.

Den französischen Angaben zufolge wurden bei dem Unfall in Lyon 50 Menschen verletzt. Der Sprecher der niedersächsischen Regierung sagte, es habe 20 Schwer- und eben so viele Leichtverletzte gegeben. Nach Angaben der Rettungskräfte wurden 19 Personen in Krankenhäuser eingeliefert. Einige seien noch am Unfallort behandelt worden. Fünf Passagiere hätten das Unglück ohne Verletzungen überstanden.

Bus fuhr vermutlich zu schnell

Nach Angaben der Präfektur Rhône prallte der Bus auf der Autobahn (A6) bei Lyon bei nasser Fahrbahn an eine Leitplanke, überschlug sich und stürzte eine Böschung hinab. Das Unglück habe sich gegen 05.00 Uhr etwa zehn Kilometer vor Lyon ereignet, teilte ein Sprecher der Präfektur weiter mit. Reiseziel sei Spanien gewesen. Ein Polizeisprecher sagte, der Bus, der allein in dem Unfall verwickelt war, sei offenbar zu schnell gefahren.

Die Polizei sei in Kontakt mit dem Busunternehmen, um anhand der Passagierliste die Angehörigen zu informieren, sagte der niedersächsische Sprecher. Dies könne aber erst nach der Identifizierung der Opfer geschehen. Der Bus war den Angaben zufolge von einem bayerischen Reiseveranstalter gechartert worden und in der niedersächsischen Landeshauptstadt gestartet. Er gehöre der Firma Tiger-Reisen aus Wunstorf bei Hannover, sagte der Sprecher.

Das deutsche Generalskonsulat in Lyon richtete einen Krisenstab ein, der den Worten einer Sprecherin des Auswärtigen Amtes zufolge eng mit den französischen Behörden und dem Lagezentrum in Berlin zusammenarbeite. Zwei Psychologen des Auswärtigen Amtes und ein externes Expertenteam würden sich im Laufe des Tages auf den Weg zum Unglücksort machen, sagte die Ministeriumssprecherin. Ein Mitarbeiter des Generalkonsulats in Lyon sei bereits seit den Morgenstunden vor Ort.

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