#AxelSurft: Wie das Internet auf das peinliche Artikel-13-Interview der CDU reagiert

Ist "CDU/CSU in Europa" eigentlich ein Satire-Account?

Dieser Beitrag wurde am 21.03.2019 auf bento.de veröffentlicht.

In Europa wird derzeit hart über die geplante Urheberrechtsreform gestritten. Besonders in der Kritik steht Artikel 13.

Internetplattformen sollen selbst dafür sorgen Urheberrechtsverletzungen zu verhindern. In der Praxis könnten sie das nur mit sogenannten Uploadfiltern.

Die EU beschränkt das Internet – Was der Uploadfilter für dich bedeutet

Viele befürchten, dass Uploadfilter anfällig für Fehler und Missbrauch sind und Zitate, Parodien und Memes sperren könnten.

Wikipedia ist offline. Damit du nichts verpasst: Hier die meistbesuchten Artikel

An der Front der Artikel 13-Befürworter kämpft Axel Voss (CDU), der die Urheberrechtsreform unbedingt durchs EU-Parlament bekommen will. Dadurch hat er sich bei vielen Internetnutzerinnen und -nutzern ziemlich unbeliebt gemacht. 

Über seine neueste Aktion können die meisten nur noch lachen – und ein offizieller Twitteraccount der CDU macht alles noch schlimmer.

Was ist passiert?

Voss hat Vice ein Interview gegeben  und zu erklären versucht, warum Uploadfilter gar nicht so schlimm seien. Er sagt unter anderem, dass Memes gar nicht gefährdet seien, weil die Plattformen sie bereits von anderen Inhalten unterscheiden könnten.

Aber bei Google, da gibt's ja noch die Seite, wo man Memes anklicken kann, eine richtige Rubrik

Auf die leicht entgeisterte Rückfrage der Interviewerin bekräftigt er:

Ja, da kann man richtig draufklicken. Memes. Das heißt, irgendwas muss doch da dran sein, dass man solche Memes erkennt!

Viele fragen sich: Was meint Voss wohl damit? Darunter auch Tiemo Wölken, EU-Abgeordneter der SPD und Artikel 13-Gegner. Er forscht mal nach. 

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Hat Voss etwa Quatsch erzählt? Aber nein, behauptet zumindest der offizielle Twitteraccount der CDU/CSU-Gruppe im Europäischen Parlament. Und twittert gleich den Beweis: Hier ist sie doch, die Meme-Rubrik bei Google. So richtig zum draufklicken!

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Blöd nur, dass wahrscheinlich jeder, der Google mehr als drei Mal benutzt hat, weiß: Das ist keine Rubrik, sondern ein Begriff, der oft zusammen mit dem eingegebenen Suchbegriff gesucht wird. Und zusammen mit "Axel Voss" wird offenbar besonders oft nach "Memes" gesucht, weil viele sich über ihn lustig machen. 

Das bedeutet also nicht nur, dass Voss bei Google nicht so richtig durchblickt.

Es könnte auch ein Indiz dafür sein, dass der CDU-Politiker sich öfter mal selbst googelt und den Tag "Memes" deshalb für eine permanente Google-Rubrik hält. 

Die versammelte Twittergemeinde nahm diesen Fauxpas zum Anlass, Voss noch mehr durch den Kakao zu ziehen und hievte #axelsurft in die Trends. 

Hier eine kleine Auswahl an #axelsurft-Tweets

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Und wieso macht der offizielle Twitteraccount alles noch schlimmer?

Sie wollten dem Parteikollegen helfen, haben ihn aber nur noch weiter reingeritten.

Und: Es ist nicht das erste Mal, dass der "CDU/CSU in Europa"-Account nicht gerade souverän agiert. Vor einiger Zeit retweetete er diesen Tweet: 

Das Bild ist zwar im Design der Befürworter der Urheberrechtsreform gehalten und mit dem #yes2copyright versehen. Bei genauerem Hinsehen sieht man aber, dass es sich um Satire des Fernsehsenders "Comedy Central" handelt – die sich gegen Artikel 13 ausspricht.

Ist dieser CDU-Account etwa auch Satire?

Es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass Satiriker ihre Accounts umbenennen und damit Verwirrung stiften. Der Account scheint aber echt: Er ist verifiziert, es gibt ihn seit 2013 und er postet – ausgenommen der beschriebenen Fails – CDU-typische Inhalte.

Trotzdem können selbst CDU-Mitglieder wie der Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer teilweise nicht glauben, was der Account postet und hoffen schon fast auf Satire.

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Und die Profis? Blicken neidisch auf das Werk.

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Aber im Ernst: Wie geht es weiter mit der Urheberrechts-Reform?

Am 26. März stimmt das EU-Parlament über die Urheberrechtsreform ab. Bis dahin kämpfen viele weiter gegen die Uploadfilter. Eine Petition dagegen  hat gerade die 5 Millionen Unterschriften geknackt und für Samstag sind weitere Demos angekündigt .

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