Katastrophe mit zwölf Toten Bad Aibling gedenkt der Opfer des Zugunglücks

Blumen und Kerzen an der Gedenkstätte, Glockengeläut zur Uhrzeit des Zusammenstoßes: Bad Aibling hat ein Jahr nach dem tödlichen Zugunglück an die Opfer erinnert.

Holzkreuz am Unglücksort
DPA

Holzkreuz am Unglücksort


Um Punkt 6.45 Uhr setzte das Geläut ein. Der Klang der Kirchenglocken im oberbayerischen Bad Aibling erinnerte am heutigen Donnerstag auf die Minute genau an das Zugunglück mit zwölf Toten und Dutzenden Verletzten vor einem Jahr.

Zur selben Zeit bekamen die Helfer der örtlichen Feuerwehr eine Textnachricht auf ihre Handys. Es sei ein Gedenkalarm, sagte Ex-Feuerwehrkommandant Wolfram Höfler, der den Einsatz am Unglücksort damals geleitet hatte. Die Lokführer in den Zügen der Bayerischen Oberlandbahn hupten zur Erinnerung an die Katastrophe.

Am Denkmal - einem rostigen Eisenkoloss - lagen Tulpen und Rosen, Kerzen brannten. Ein am Sockel des Denkmals wohl von einem Angehörigen abgelegter Stein trug die Aufschrift: "Warum, warum? Dein Lachen, deine Liebe, noch so viel mehr, wir vermissen dich so sehr." Bürgermeister Felix Schwaller sagte: "Das Leben in Bad Aibling geht weiter, aber die Erinnerung an die Toten und Verletzten des Unglücks bleibt."

Beim Zusammenstoß von zwei Nahverkehrszügen waren am 9. Februar vergangenen Jahres zwölf Menschen ums Leben gekommen, 89 wurden teils lebensgefährlich verletzt. Im Dezember hatte das Landgericht Traunstein den zuständigen Fahrdienstleiter wegen fahrlässiger Tötung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Mann hatte Signale falsch gestellt, weil er von einem Spiel auf seinem Handy abgelenkt war.

tak/dpa



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