"Brutaler Ausbruch von Gewalt" Kretschmann verurteilt Ausschreitungen in Stuttgart

Angriffe auf Polizisten, Plünderungen, Zerstörung: Baden-Württembergs Ministerpräsident Kretschmann ist entsetzt über die Krawalle in der Stuttgarter Innenstadt.
Stuttgart: Polizeieinheiten sammeln sich, um gegen Randalierer vorzugehen

Stuttgart: Polizeieinheiten sammeln sich, um gegen Randalierer vorzugehen

Foto: Simon Adomat/ dpa

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat am Sonntag klar Stellung bezogen zu den Ausschreitungen vom Vorabend in Stuttgart. "Diese Taten gegen Menschen und Sachen sind kriminelle Akte, die konsequent verfolgt und verurteilt gehören", teilte der Grünenpolitiker mit. Man habe es mit einem "brutalen Ausbruch von Gewalt" zu tun. Seine Gedanken seien bei den verletzten Polizeibeamten und den durch die Plünderungen Geschädigten.

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"Die Bilder aus der Stuttgarter Innenstadt können uns nicht kaltlassen", so Kretschmann. Nun müssten Fakten und Erkenntnisse zusammengetragen und mit Hochdruck geklärt werden, wer dahinter stecke.

Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) will mit der vollen Härte des Rechtsstaats gegen die Randalierer vorgehen. Am Polizeipräsidium Stuttgart sei eine 40-köpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet worden, das Landeskriminalamt werde die Ermittlungen unterstützen. Er werde den Landtag in einer Sondersitzung des Innenausschusses am Mittwochmorgen noch vor der Plenarsitzung informieren, sagte Strobl.

Zuvor hatte auch Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne) die Ausschreitungen scharf verurteilt. "Eines muss klar sein: Es darf keine rechtsfreien Räume in Stuttgart geben", teilte er am Sonntagmorgen auf Twitter mit. "Ich bin schockiert von dem Ausbruch an Gewalt, von den Angriffen auf die Polizei und den Zerstörungen in unserer Stadt. Das ist ein trauriger Sonntag für Stuttgart."

Dutzende gewalttätige Kleingruppen hatten gegen Mitternacht begonnen, in der Stadt zu randalieren, und dabei mehr als ein Dutzend Polizisten verletzt. Die Beamten seien "äußerst aggressiv angegangen, angegriffen und verletzt" worden, hieß es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Polizeikontrolle soll Randale ausgelöst haben

Auslöser der massiven Angriffe war demnach eine Polizeikontrolle anlässlich eines Rauschgiftdelikts. In der Folge hätten sich Menschen mit den Kontrollierten solidarisiert, seien in Richtung Schlossplatz gezogen und hätten sich in Gruppen in der Innenstadt verteilt.

Mit Stangen und Pfosten hätten die Randalierer auf stehende Streifenwagen eingeschlagen und Scheiben zertrümmert. Auf vorbeifahrende Polizeifahrzeuge seien große Steine und andere Gegenstände geschleudert worden, darunter Pflastersteine, die zuvor aus dem Boden gerissen wurden. Etliche Geschäfte in der Innenstadt wurden offenbar wahllos beschädigt.

Auf Videosequenzen war zu sehen, wie die zum Teil mit Sturmhauben vermummten Täter versuchten, große Scheiben zu zertrümmern. Aus einer noch unbestimmten Zahl von Geschäften wurden Auslagen entwendet.

Die Kriminalpolizei sichert derzeit Spuren und hat mehr als 20 Personen vorläufig festgenommen. Am Sonntagmorgen hatte sich die Situation der Polizei zufolge wieder beruhigt. Der Großteil der etwa 200 Einsatzkräfte, die aus anderen Teilen Baden-Württembergs in die Landeshauptstadt beordert worden waren, hat Stuttgart demnach wieder verlassen.

ala/dpa
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