Badewetter am Wochenende Mindestens 18 Menschen sterben beim Schwimmen

Bei Badeausflügen an Meer und Seen sind am Wochenende mindestens 18 Personen gestorben. Die Zahl könnte noch weiter steigen: Mehrere Badegäste werden noch vermisst.

Bernsteinsee in Velten (Brandenburg): Mindestens 18 Badetote am Wochenende
DPA

Bernsteinsee in Velten (Brandenburg): Mindestens 18 Badetote am Wochenende


Berlin - Die Hitze am Wochenende hat die Menschen an die deutschen Strände und Badeseen getrieben - mit einer tragischen Bilanz: Mindestens 18 Menschen sind beim Baden in deutschen Gewässern ums Leben gekommen.

Allein in Mecklenburg-Vorpommern starben am Wochenende sieben Menschen, auch in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Hessen gab es Badetote. Immer noch werden Menschen vermisst.

In Graal-Müritz starb ein Achtjähriger, der beim Schwimmen verschwand und erst nach 20 Minuten aus dem Wasser gezogen wurde. Nachdem er zunächst wiederbelebt werden konnte, starb er in einer Klinik in Rostock.

Ein 88-Jähriger starb in einem Badesee in der Feldberger Seenlandschaft. Der Mann ging beim Schwimmen plötzlich unter und wurde schließlich leblos am Strand gefunden.

Am Strand von Prora auf Rügen kamen ein 59-Jähriger und seine gleichaltrige Frau ums Leben, ihre Leichen wurden aus der Ostsee geborgen. Vor Sellin starb ein 56 Jahre alter Familienvater aus Niedersachsen.

Vor Ückeritz auf der Insel Usedom starb ein 60-Jähriger aus Berlin.

Auf der Insel Hiddensee kam ein 46 Jahre alter Urlauber aus Hamburg beim Baden in der Ostsee ums Leben.

In Berlin und Brandenburg starben vier Männer, darunter ein 35-Jähriger im Plötzensee in Berlin-Wedding und ein 23-Jähriger, der offenbar im Becken des beliebten Freibads "Badeschiff" in Berlin-Treptow ertrank.

In der Region Ostwestfalen-Lippe in NRW verunglückte ein 37-Jähriger tödlich in einem See in Espelkamp. Freunde am Ufer sahen, wie der Mann auf einmal Probleme im Wasser bekam. Sie eilten ihm sofort zur Hilfe, konnten ihm jedoch nicht mehr helfen.

In Bayern ertrank im oberfränkischen Hirschaid ein 47-Jähriger in einem Baggersee. Der womöglich betrunkene Mann ging beim Schwimmen mit drei Freunden plötzlich unter.

In Niedersachsen ertrank im ostfriesischen Neermoor in einem See ein 33-Jähriger aus Polen.

Im Rhein bei Düsseldorf ertrank wahrscheinlich ein 20-Jähriger. Der Nichtschwimmer hatte beim Besuch der Rheinkirmes mit seiner Familie Abkühlung im Fluss gesucht und tauchte nicht mehr auf. Die Suche mit Booten und Hubschraubern blieb zunächst vergebens.

Im ostwestfälischen Kalletal ging ein 19 Jahre alter Nichtschwimmer unter, der sich von einem Bekannten zu einer Insel auf einem Badesee ziehen lassen wollte. Auch in Vöhl in Hessen starb ein 19-Jähriger.

Bei den hochsommerlichen Temperaturen kommt es immer wieder zu tödlichen Badeunfällen. Laut Deutscher Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) stieg die Zahl der Badetoten in Deutschland zuletzt enorm. Allein in den Ferienmonaten Juni bis Mitte August ertranken demnach etwa 250 Menschen. Eine Risikogruppe sind demnach ältere Männer über 50, die ihre Fähigkeiten überschätzen. Der DLRG plädiert daher für besseren Schwimmunterricht und mehr Rettungsschwimmer an vielbesuchten Badeorten.

gam/ulz/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
dr.joe.66 21.07.2014
1. Ursachen ??
Den Hinterbliebenen gehört natürlich tiefes Mitgefühl. Aber macht doch bitte aus einer Reihe von schlechten Nachrichten keine reißerische Sensation! Was sind denn nun genau die Ursachen? 1. Wie viele Herzinfarkte waren dabei? Und wie viele Menschen bekommen beim Joggen einen Infarkt? 2. Wie oft war Alkohol im Spiel? 3. Wie oft wurden Baderegeln nicht berücksichtigt? 4. Wie oft waren Nichtschwimmer oder schlechte Schwimmer (z.B. Kinder) betroffen? Und dann bitte die einfachen Grundregeln zum Schluss: Kein Alkohol, vorher über Strömung, etc. informieren, als Nichtschwimmer wirklich nur dort wo es absolut ungefährlich ist, bei Erkrankungen (Diabetes, etc.) nur unter Aufsicht, und als Nichtsportler bei der Hitze keine plötzliche körperlich Anstrengung, auch im kühlen Wasser nicht. Die (nicht der) DLRG plädiert schon länger für besseren Schwimmunterricht und mehr Aufklärung. Aber das kostet natürlich Geld. Und Schwimmunterricht wird bei PISA nicht bewertet...
mr.feelgood 21.07.2014
2. Prophylaxe anstatt Trauernachrichten!
Herzliches Beileid für die Hinterbliebenen. Schrecklich ist es schon, wenn Leute beim harmlosen Badevergnügen sterben. Bestimmte Regeln sollten alle Wasserhungrigen beachten! Keinen Alkohol trinken. Nicht erhitzt hineinspringen! Bei diesen Temperaturen von 35 Grad im Schatten ruhen, um den Körper zu entlasten. Viel Trinken und Früchte essen, z.B. Wassermelone. Die vergangenen 4 Tage Sommer pur am alten Baggerloch waren einfach wunderbar!
franko_potente 21.07.2014
3.
Zitat von sysopDPABei Badeausflügen an Meer und Seen sind am Wochenende mindestens 15 Personen gestorben. Die Zahl könnte noch weiter steigen: Mehrere Badegäste werden noch vermisst. http://www.spiegel.de/panorama/badetote-in-deutschland-mindestens-15-menschen-sterben-a-982111.html
Tja bei diesen Opferzahlen wäre es doch in Deutschland sinnvoll, über ein generelles Verbot nachzudenken, die Wassertiefe zu begrenzen, oder zumindest einen "Darfschein" zur Pflicht zu machen, der natürlich kontrolliert wird und in regelmäßigen Abständen zu verlängern ist. Ferner ist auch hier ein eigenes Unterrichtsfach "Schwimmen" zur Pflicht zu machen, ach gibts schon? Nanu?
Bundeskanzler20XX 21.07.2014
4.
Zitat von sysopDPABei Badeausflügen an Meer und Seen sind am Wochenende mindestens 15 Personen gestorben. Die Zahl könnte noch weiter steigen: Mehrere Badegäste werden noch vermisst. http://www.spiegel.de/panorama/badetote-in-deutschland-mindestens-15-menschen-sterben-a-982111.html
Es gibt unzählige Gründe für Badeunfälle. Würde es noch regelmäßigen Schwimmunterricht geben wie ich ihn in der Grundschule genießen konnte, wären wohl einige weniger ums Leben gekommen. Leider muss ich aber auch zugeben, dass viele junge Menschen einfach zu (entschuldigen sie den Ausdruck) doof sind Gefahren abzuschätzen bzw. sich überhaupt Gedanken über mögliche Gefahren zu machen. Dabei haben sie doch alle Smartphones mit Internet, da könnte man sich ja auch mal Informationen einholen...könnte.... Wie kann man sich nur als Nichtschwimmer zu einer Insel ziehen lassen??? Ob mit oder ohne Boot, was aus dem Text nicht hervor geht spielt da doch fast keine Rolle mehr. Wenn Kinder sterben ist es in der Regel die Schuld der Eltern, keine Frage und die haben dann auch Mitleid verdient!
Pfeiffer mit drei F 21.07.2014
5.
Zitat von dr.joe.66Den Hinterbliebenen gehört natürlich tiefes Mitgefühl. Aber macht doch bitte aus einer Reihe von schlechten Nachrichten keine reißerische Sensation! Was sind denn nun genau die Ursachen? 1. Wie viele Herzinfarkte waren dabei? Und wie viele Menschen bekommen beim Joggen einen Infarkt? 2. Wie oft war Alkohol im Spiel? 3. Wie oft wurden Baderegeln nicht berücksichtigt? 4. Wie oft waren Nichtschwimmer oder schlechte Schwimmer (z.B. Kinder) betroffen? Und dann bitte die einfachen Grundregeln zum Schluss: Kein Alkohol, vorher über Strömung, etc. informieren, als Nichtschwimmer wirklich nur dort wo es absolut ungefährlich ist, bei Erkrankungen (Diabetes, etc.) nur unter Aufsicht, und als Nichtsportler bei der Hitze keine plötzliche körperlich Anstrengung, auch im kühlen Wasser nicht. Die (nicht der) DLRG plädiert schon länger für besseren Schwimmunterricht und mehr Aufklärung. Aber das kostet natürlich Geld. Und Schwimmunterricht wird bei PISA nicht bewertet...
Ebenfalls mein Beileid den Hinterbliebenen. Das alles sind zwar tragische Unfälle, aber wenn man sich mal vor Augen führt, dass 300 Menschen pro Tag am Tabakgenuss sterben oder dass wir pro Tag im Schnitt 10 Verkehrstote haben, so ist das in Relation gesehen keine große Nachricht. Leider haben in unserer Vollkaskogesellschaft die meisten Leute verlernt, Risiken zu erkennen und damit vernünftig umzugehen.
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