Bärenjagd Österreichs Kanzler wundert sich über Bayern

Österreichs Bundeskanzler Wolfgang Schüssel ist über die Jagd auf den streunenden Braunbären "Bruno" in Deutschland verwundert: "In Österreich sehen wir die Frage entspannter."

Hamburg - "Wir haben hier ein Bären-Ansiedlungsprogramm, mit dessen Hilfe ganze Bärenfamilien heimisch gemacht werden", sagte Schüssel der "Bild am Sonntag". Die Tiere richteten ab und zu Schäden an. "Da wird auch mal ein Schaf gerissen. Aber das wird dann erstattet, und niemand regt sich auf", sagte der konservative Politiker.

Der seit mehreren Wochen im bayerisch-österreichischen Grenzgebiet herumstreunende "Problembär" (Ministerpräsident Edmund Stoiber) ist inzwischen wieder einmal untergetaucht. Es gebe derzeit keine Hinweise, wo sich das als gefährlich eingestufte Tier genau aufhält, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums gestern in München. Zuletzt wurde das Raubtier am Mittwochabend im österreichischen Zirl gesichtet. Große Hoffnung ruht nun auf den fünf finnischen Bärenhunden, die noch am Wochenende per Flugzeug in München ankommen sollten.

Gemeinsam mit ihren vier auf Bärenjagd spezialisierten Hundeführern sollen sie ab morgen den Braunbären aufspüren. Begleitet werden sie vom österreichischen Betäubungsexperten Christian Walzer aus Wien. Wenn möglich soll das Raubtier, das bereits Dutzende von Nutztieren gerissen hat, eingefangen werden. Ein Abschuss sei nur in Notwehr erlaubt, betonte der Ministeriumssprecher.

Polizisten suchen im Erzgebirge nach Löwen

Im Erzgebirge suchen Einsatzkräfte hingegen nach einem Löwen. Das Tier wollten mehrere Einwohner am Samstag in Pfaffroda (Mittlerer Erzgebirgskreis) auf einer Weide gesehen haben, sagte Polizeisprecher Frank Fischer der dpa. Er bestätigte damit Angaben von Radio PSR. "Mehrere Beamte und ein Hubschrauber suchten nach dem Tier." Entdeckt wurde es nicht. Auch ein Jagdhund fand keine Spur, so dass die Aktion eingestellt wurde.

Eine Befragung von Tierparks und einem Zirkus, der zuvor im nahe gelegenen Olbernhau gastiert hatte, brachte ebenfalls kein Ergebnis. Auch auf böhmischer Seite wurde kein derartiges Tier vermisst. "Wir haben natürlich die Einwohner darüber informiert und gebeten, weiter achtsam zu sein", sagte Fischer. Hoffentlich sei kein Tier ausgebrochen, dass illegal gehalten wurde, sagte Direktor Hermann Will vom Chemnitzer Tierpark. Vor etwa zwei Jahren hatte der Zoo einen Nasenbären aufgenommen, der im Vogtland gefunden worden war. "Eigentlich sind diese Tiere in Südamerika zu Hause."

lan/dpa/ddp

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