Niedersachsen ICE-Personal zieht wegen Taschendieb Notbremse

Er wurde auf frischer Tat ertappt – und wollte anschließend durch ein Zugfenster fliehen: Wegen eines jugendlichen Diebs erhielt die Fahrt von 500 ICE-Passagieren bei Hannover einen außerplanmäßigen Stopp.
ICE bei Northeim

ICE bei Northeim

Foto: Martin Wagner / IMAGO

Ein flüchtender Taschendieb hat kurz vor Hannover die Besatzung eines ICE zur Notbremsung gezwungen. Nach Angaben der Bundespolizei erhielt das Zugpersonal auf der Fahrt von Koblenz nach Hannover Hinweise auf Diebstähle. Die Bahnbeschäftigten konnten einen 16-Jährigen demnach bei einem weiteren Diebstahl beobachten und versuchten, ihn in einen Waggon einzuschließen. Der Jugendliche soll daraufhin versucht haben, mit einem Nothammer eine Scheibe einzuschlagen, um aus dem Zug zu springen.

Um das Leben des Jugendlichen nicht zu gefährden – der Zug hatte ein Fahrtempo von rund 160 Kilometer pro Stunde – leiteten die Zugbegleiter eine Notbremsung ein. Der Zug mit rund 500 Fahrgästen kam auf freier Strecke bei Wunstorf zum Stehen. Der mutmaßliche Dieb sprang aus einer Tür, wobei er sich verletzte. Mehrere Polizistinnen und Polizisten waren an Bord und verfolgten ihn nach dem Stopp auf freier Strecke.

Bei der Festnahme leistete der Jugendliche Widerstand und verletzte dabei eine Beamtin am Kopf. Sie kam ins Krankenhaus. Der Zug konnte seine Fahrt in langsamem Tempo nach Hannover fortsetzen. Die Beamten gehen unter anderem von fünf Portemonnaies, einem Laptop und einem Smartphone als Diebesgut aus. Dem mutmaßlichen Täter drohen nun Strafanzeigen wegen Diebstahls, Körperverletzung und gefährlichem Eingriff in den Bahnverkehr.

fdi/dpa
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