Unglück vor Bali Passagiermaschine stürzt ins Meer

Vor der indonesischen Ferieninsel Bali ist ein Flugzeug ins Meer gestürzt. Die Maschine war bei der Landung über das Rollfeld hinausgeschossen. An Bord befanden sich etwa hundert Passagiere - alle Insassen überlebten das Unglück.

DPA/ SAR

Jakarta - Auf der indonesischen Insel Bali ist eine Boeing 737 der indonesischen Gesellschaft Lion Air mit rund hundert Passagieren an Bord über die Landebahn hinausgeschossen. Das teilte ein örtlicher Behördenvertreter am Samstag mit. Die Maschine sei anschließend ins Meer gestürzt.

Es habe jedoch keine Opfer gegeben, betonte der Beamte. Alle Passagiere an Bord hätten das Unglück auf der beliebten Touristeninsel überlebt. Einige wenige seien leicht verletzt worden, sagte der Sprecher des Flughafens dem Nachrichtenportal Detik.com. Die Unfallursache ist nach Angaben des Flughafenmanagers Eko Dantoro noch unklar. Ihm zufolge hatte der Pilot eine Notlandung angekündigt.

Gutes Wetter bei der Rettungsaktion

Lokale Fernsehstationen zeigten Bilder von der Maschine, deren Rumpf hinter den Flügeln auseinandergebrochen war. Auf den Bildern sind auch Passagiere mit gelben Schwimmwesten im Wasser zu sehen, Helfer waren im Einsatz. Das Wetter war zum Zeitpunkt des Unglücks gut.

Die Lion Air-Maschine kam aus Bandung in Indonesien und sollte um 15.40 Uhr auf dem Ngurah Rai-Flughafen in der Inselhauptstadt Denpasar landen. Das Unglück passierte um 15.35 Uhr. Nach Medienberichten handelt es sich um eine Boeing 737-800.

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Absturz vor Bali: Rettung aus dem Meer

Herry Bhakti, Luftverkehrsdirektor im indonesischen Verkehrsministerium, konnte der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht sagen, ob es Verletzte gab. Ein Reporter berichtete von sieben Passagieren offenbar indonesischer Herkunft, die ins Krankenhaus von Denpasar eingeliefert wurden. Sie schienen lediglich leichtere Verletzungen an Kopf und Gliedmaßen erlitten zu haben. Die Nationalitäten der Passagiere an Bord waren zunächst unklar.

Größter Billigflieger Indonesiens

Bali ist ein beliebtes Touristenziel - jährlich reisen Millionen ausländische Besucher auf die Insel. Bei der am Samstag verunglückten Maschine handelte es sich nach Angaben des Verkehrsministeriums um ein Flugzeug der privaten indonesischen Gesellschaft Lion Air, dem größten Billiganbieter im Land. Die Fluglinie ist derzeit auf schnellem Wachstumskurs: Erst im März orderte sie 234 neue Airbus-Maschinen. 2011 hatte sie 230 Boeing-Maschinen bestellt. Experten befürchteten bereits, dass dies möglicherweise zu Lasten der Sicherheit gehen könnte.

Mehr als 70 Ziele in Indonesien und anderen südostasiatischen Ländern fliegt Lion Air an. 2007 wurde mehreren indonesischen Fluggesellschaften, darunter auch Lion, wegen zu laxer Sicherheitsstandards untersagt, den Luftraum in der EU zu nutzen. Seit 2009 wurde dieses Verbot nach und nach aufgehoben.

Bereits im Oktober 2011 war eine Lion-Air-Maschine mit 198 Passagieren bei schwerem Regen in Balikpapan (Indonesien) über die Landebahn hinausgeschossen. Sie kam auf einer Wiese zum Stehen. Niemand wurde verletzt.

cib/dpa/AFP

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