Hochwasser auf dem Balkan Behörden warnen vor Typhus und Hepatitis

Überflutete Städte und Dörfer, Gefahr durch Landminen - und nun die Sorge vor Krankheiten: Im Katastrophengebiet Bosnien-Herzegowinas ist das Wasser durch Tierkadaver verunreinigt, es besteht Seuchengefahr.

AFP

Belgrad - Wegen des Hochwassers auf dem Balkan befürchten die Behörden in Bosnien-Herzegowina nun den Ausbruch von Seuchen. Bei steigenden Temperaturen könnte von Tierkadavern verunreinigtes Wasser zum Ausbruch von Krankheiten wie Typhus oder Hepatitis führen, sagte der Leiter des Gesundheitsamts in Sarajevo dem bosnischen Fernsehen. In erster Linie gehe es nun darum, eine sichere Wasserversorgung zu gewährleisten.

Bei dem Hochwasser auf dem Balkan sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Zehntausende mussten ihre Häuser verlassen.

In Bosnien warnte das Minenaktionszentrum davor, dass Landminen aus dem Krieg in den neunziger Jahren von den Fluten mitgerissen werden könnten. Einige seien bereits explodiert. Noch immer liegen rund 120.000 Landminen in Bosnien-Herzegowina. Die Gegenden um Doboj und Olovo, die besonders vom Hochwasser betroffen sind, gelten nach wie vor als stark vermint.

Die Minenaktionszentren (MAC) in Bosnien, Kroatien und Serbien stellten ein Team zusammen, das die Gefahr der Sprengkörper einschätzen soll. "Es gibt keine nicht-tödliche Mine", sagt Sasa Obradovic vom MAC in Sarajevo. Eine Mine sei auch nach Jahren noch eine tödliche Gefahr, selbst wenn der Zündmechanismus feucht geworden sei. Das Hochwasser habe zudem Schilder zerstört, die vor Sprengkörpern warnten.

In Serbien hielten die von Helfern errichteten Schutzwälle entlang der Save dem steigenden Wasser stand, wie der Fernsehsender RTS berichtete. Besondere Sorge galt dem Kraftwerk Nikola Tesla in der Nähe der vom Hochwasser schwer getroffenen Stadt Obrenovac. Mit einem Damm aus 60.000 Sandsäcken versuchen Soldaten und Mitarbeiter, das größte serbische Kraftwerk zu schützen und am Netz zu halten. Es produziert etwa die Hälfte Stroms in Serbien. Energieminister Aleksandar Antic nannte den Schutz des Kraftwerks "entscheidend" für die Sicherheit der Energieversorgung im Land.

"Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand. Alles weitere liegt in Gottes Hand", sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Einige Arbeiter hätten drei Tage nahezu ohne Pause Sandsäcke gefüllt, da Hilfsmannschaften nicht zu dem von Wassermassen eingeschlossenen Kraftwerk durchgedrungen seien.

hut/dpa/AFP/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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Thomas Mainka 19.05.2014
1. THW und Minenräumer
Dann soll doch bitte jemand bis morgen THW und Minenräumer dahinschicken. Wir haben die Technologie und das Knowhow, den Menschen schnell und gut zu helfen. Einfach mal machen und nicht lange sabbeln. Es ist nicht weit und billiger, als nachher Krankheiten zu heilen.
desr 19.05.2014
2. Hilfe und Solidarität benötigt
Hilfe wird sehr dringend benötigt. Es gibt schon über hundert tote. Es werden immer noch mehrere Hundert Menschen vermisst.
ugt 19.05.2014
3.
Zitat von Thomas MainkaDann soll doch bitte jemand bis morgen THW und Minenräumer dahinschicken. Wir haben die Technologie und das Knowhow, den Menschen schnell und gut zu helfen. Einfach mal machen und nicht lange sabbeln. Es ist nicht weit und billiger, als nachher Krankheiten zu heilen.
Sooo, einfach ist es wohl nicht. Lassen Sie uns mal überlegen was passieren würde, wenn bei der Oderflut zum Beispiel schweizer, österreichische oder schwedische Soldaten da gestanden hätten. Das THW hat zwar das Personal und die Ausrüstung, so wie die Pioniere der Bundeswehr auch. Aber die Frage ist doch ob die anderen Regierungen die haben möchten. Da gibt es dann immer persönliche Befindlichkeiten. Lesen Sie doch mal nach was man mit Helmut Schmidt machen wollte, als er die BW bei der Flut in Hamburg eingesetzt hat. Da saßen feine Herren aus Bayern und der CDU im Trockenen und haben ein riesen Palaver veranstaltet, weil sie nicht gefragt wurden. Grundsätzlich: Ja! Die Bundesregierung sollte THW und Bundeswehr mobilisieren und für alles vorbereiten und ihre Hilfe anbieten. Kurze Wege ohne viel Bürokratie.
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