Bangladesch Erneut Tote bei Feuer in Textilfabrik

Mindestens zehn Menschen sind bei dem Brand einer Textilfabrik in Bangladesch ums Leben gekommen, darunter wohl auch der Geschäftsführer der Firma. Erst nach zehn Stunden konnte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle bringen.

Feuerwehrmann in brennender Textilfabrik: Brandursache noch unklar
REUTERS

Feuerwehrmann in brennender Textilfabrik: Brandursache noch unklar


Dhaka - Bei einem Brand in einer Textilfabrik in der Nähe von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka sind mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern ist nach Angaben eines Feuerwehrsprechers auch der Geschäftsführer des Unternehmens.

Ausgebrochen war das Feuer in einem Industriegebiet 40 Kilometer nördlich von Dhaka. Die Brandursache ist bislang noch unklar; erst nach zehn Stunden konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden.

Fabrikdirektor Emdad Hossain sagte, bei Ausbruch des Brandes am Dienstag seien 170 Arbeiter in dem Gebäude gewesen. Die meisten hätten fliehen können. Er selber habe leichte Verletzungen erlitten.

Serie von Unglücken

In Textilfabriken in Bangladesch hatte es in den zurückliegenden Monaten immer wieder verheerende Unglücke gegeben. Im April war ein Fabrikgebäude in der Nähe von Dhaka eingestürzt, dabei starben mehr als 1100 Menschen, fast 2500 wurden verletzt. Im November kamen mehr als hundert bei einem Brand ums Leben.

Unglücksursache sind häufig unzureichende Sicherheitsvorkehrungen und bauliche Mängel. Immer wieder haben Unternehmen und örtliche Behörden deshalb versprochen, die Sicherheitsstandards zu verbessern - zuletzt nach dem Einsturz des Fabrikgebäudes im April.

Bangladesch ist nach China der zweitgrößte Produzent von Textilien weltweit. Seine rund 4500 Fabriken produzieren rund 80 Prozent aller Exporte des Landes. Deren Wert beläuft sich auf rund 20 Milliarden Euro pro Jahr.

rls/dpa/AP/AFP



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Ostap Bender 11.10.2013
1. Wir sind ach schuld!
Gestern habe ich einen Berg an Ski-Bekleidung bei einem Lebensmitteldiscounter eingekauft. Mit schlechtem Gewissen, aber viel mehr für die Ski-Bekleidung zu zahlen kann ich nicht. Im Sport-Geschäft kosten die Ski-Anzüge das Fünfache und die Transparenz hinsichtlich der Arbeitsbedingungen unter denen die Ski-anzüge hergestellt wurden, ist auch nicht gegeben. Ich sehe keinen Ausweg aus dem Dilemma.
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