Großdemonstration in Barcelona "Ich habe keine Angst"

500.000 Menschen haben in Barcelona ein Zeichen gegen Terror gesetzt. Erstmals nahm auch Spaniens König an einer derartigen Demo teil. Auch kam es zu einer rührenden Szene zwischen dem Vater des jüngsten Anschlagopfers und einem Imam.


Neun Tage nach den Anschlägen von Barcelona und Cambrils haben Hunderttausende Menschen mit einer Großdemonstration ein Zeichen gegen Terror und Gewalt gesetzt. Die Polizei sprach von 500.000 Teilnehmern. Unter dem Motto "No tinc por" (Katalanisch für: Ich habe keine Angst), das auf einem riesigen Spruchband zu lesen war, zogen die Teilnehmer in Barcelona vom Prachtboulevard Passeig de Gràcia bis zur Plaça de Catalunya - jenem Platz, von dem aus ein Attentäter am 17. August einen Lieferwagen in die Fußgängerzone von Las Ramblas gesteuert hatte.

Angeführt wurde der Marsch von Polizisten, Feuerwehrleuten, Sanitätern und anderen, die nach dem Autoattentat im Einsatz waren. Zum ersten Mal in der Geschichte Spaniens nahm mit König Felipe VI. ein Monarch an einer derartigen Massenkundgebung teil. Auch Ministerpräsident Mariano Rajoy und zahlreiche weitere Regierungsvertreter marschierten durch die Straßen Barcelonas. Viele Menschen hielten im Gedenken an die Opfer rote und gelbe Rosen in den Händen, den Farben der spanischen und katalonischen Flagge.

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Mit dem immer wieder lautstark skandierten Satz "Ich habe keine Angst" hatte die Bevölkerung schon kurz nach den Anschlägen deutlich gemacht, dass sie sich vom islamistischen Terrorismus nicht einschüchtern lassen will. Auch während der Demo brandeten immer wieder Sprechchöre auf, um der Gewalt zu trotzen. Bei den Attentaten waren 15 Menschen gestorben, 120 weitere wurden verletzt. Sechs von ihnen sind weiterhin in kritischem Zustand.

Vater des jüngsten Todesopfers umarmte Imam

In den sozialen Netzwerken verbreitete sich ein Video der BBC, das den Vater des jüngsten Todesopfers des Anschlags mit einem Imam zeigen soll. Beide umarmten sich mehrere Sekunden lang, anschließend hatten sie Tränen in den Augen. Auch sie zeigten Zusammenhalt gegenüber dem Terror.

ehh/dpa/AFP/AP



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