Baufehler Muslime beteten zehn Jahre lang in die falsche Richtung

Peinliche Baupanne: Mitglieder einer kleinen islamischen Gemeinde in Saudi-Arabien haben festgestellt, dass sie zehn Jahre lang in die falsche Richtung beteten. Die Gebetsnische ihrer Moschee zeigte nicht gen Mekka.


Dschidda - Zehn Jahre hat es gedauert, bis der kleinen islamischen Gemeinde in Saudi-Arabien der Fehler auffiel: Die ganze Zeit "haben wir mit Blick auf die Gebetsnische der Moschee gebetet, die nach Nordosten zeigt, obwohl sie eigentlich nach Südosten zeigen sollte", sagte ein Mitglied der Gemeinde im nördlichen Teil der Ortschaft Hadda der Zeitung "Saudi Gazette".

Wer für den Fehler beim Bau der Hinterhof-Moschee, die von einem Privatmann gestiftet wurde, verantwortlich ist, ließ sich nicht ermitteln. Die korrekte Richtung festzustellen, hätte für den Bauherren eigentlich nicht allzu schwierig sein müssen. Denn Hadda liegt nur 20 Kilometer von Mekka entfernt.

Muslime in aller Welt beugen ihr Haupt beim Gebet in Richtung der Kaaba. Die Kaaba ist das zentrale Heiligtum des Islam in Mekka. In den Moscheen zeigt eine auf die Kaaba ausgerichtete Gebetsnische ("Mihrab") an, wie sich die Gläubigen zum Gebet aufstellen müssen. Die Besucher der kleinen Moschee lösten ihr Problem erst einmal pragmatisch: Sie richten ihre Gebetsteppiche jetzt in Richtung Südosten aus.

In Indonesien hatten kürzlich sogar Millionen von Muslimen erklärt bekommen, dass sie in die falsche Richtung beten. Schuld waren in diesem Fall aber keine schlampigen Bauherren, sondern die Religionsgelehrten des Landes. Sie hatten die Gläubigen bisher immer angewiesen, sich in Richtung Westen zu verbeugen. Vor einigen Tagen stellten sie jedoch fest, wer sich in Richtung Westen verneige, ziele auf Afrika und nicht auf Mekka. Der indonesische Rat der Religionsgelehrten gab nun ein neues Rechtsgutachten ("Fatwa") heraus, das die Muslime beim Beten in Richtung Nordwesten dirigiert.

wit/dpa



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