Baukran-Unglück in Bad-Homburg Riskante Bergung beendet

Die Bergungsarbeiten nach dem Baukran-Unglück in Bad Homburg waren kompliziert, ein Spezialfahrzeug musste anrücken. Mittlerweile hat die Feuerwehr den Einsatz in dem betroffenen Supermarkt abgeschlossen - und "Gott sei Dank keine Person mehr unter den Trümmern gefunden".

DPA

Bad Homburg - Die Einsatzkräfte schufteten bis tief in die Nacht: Nach dem Sturz eines Baukrans auf einen Aldi-Markt in Bad Homburg haben die Einsatzkräfte die Bergungsarbeiten am frühen Morgen beendet. "Wir haben Gott sei Dank keine Person mehr unter den Trümmern gefunden", sagte ein Feuerwehrsprecher.

Bei dem Unglück am Mittwoch war eine 46 Jahre alte Kundin ums Leben gekommen. Ihre 74-jährige Mutter und der 58-jährige Kranführer wurden schwer verletzt. Die Polizei bezifferte die Zahl der Verletzten insgesamt auf sieben, zuvor hatte sie von fünf Verletzten gesprochen. Dem Sprecher zufolge entstand ein Sachschaden im sechsstelligen Bereich.

Mit einem extra angeforderten Spezialfahrzeug hatten Feuerwehr und Technisches Hilfswerk am Mittwochabend den umgestürzten Baukran angehoben. Erst dann konnten die Einsatzkräfte unter dem Kran nach Verschütteten suchen.

Warum einer der drei Kräne der benachbarten Großbaustelle in dem Industriegebiet gegen 11.30 Uhr auf den Discounter gestürzt war, ist weiter unklar. Die Polizei und Baufachleute ermitteln. Das Bauunternehmen, das den Kran eingesetzt hatte, erklärte, es werde voll mit den Baubehörden bei der Aufklärung kooperieren. Vor dem Unfall seien keine Mängel an dem Gerät entdeckt worden. Auf dem etwa 20.000 Quadratmeter großen Baustellengelände in einem Gewerbegebiet in der Nähe des Bahnhofs entsteht zurzeit ein mehrstöckiges Bürogebäude.

Rund 40 Kunden und sieben Angestellte sollen sich zum Unglückszeitpunkt in der Aldi-Filiale aufgehalten haben. Ein Ausleger des etwa 30 bis 50 Meter hohen Turmdrehkrans fiel auf den Kassenbereich des Marktes. In dem mehr als 50 Quadratmeter großen Areal um die Kassen wurde auch die Frau getötet. Bevor die Leiche geborgen werden konnte, musste die Feuerwehr das einsturzgefährdete Dach abstützen. Es bestand auch die Gefahr, dass Bau- und Trümmerteile abrutschten.

wit/dpa



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