Bayern 100-Jährige stirbt bei Brand in Altenheim

Tragisches Unglück in einem Nürnberger Altenheim: Eine 100 Jahre alte Frau ist bei einem Brand ums Leben gekommen. Eine defekte Steckdose soll das Feuer ausgelöst haben.


Nürnberg - Der Brand war am Montagabend in dem Nürnberger Altenheim ausgebrochen. Die Ursache war wohl eine defekte Mehrfachsteckdose im Appartement der 100-Jährigen. Rettungskräfte und Pflegepersonal brachten 20 Heimbewohner ins Freie. Sie wurden in einem benachbarten Kindergarten versorgt, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.

In der Wohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, entdeckten Feuerwehrleute die leblose Frau. Ein Notarzt konnte nur noch den Tod der Seniorin feststellen. Vier Bewohnerinnen im Alter von 81 bis 97 Jahren wurden verletzt. Zwei Frauen erlitten Rauchgasvergiftungen, eine dritte einen Kollaps. Eine weitere Bewohnerin wurde ambulant versorgt.

Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit 30 Fahrzeugen und etwa 80 Kräften im Einsatz. Teile des zweiten Obergeschosses waren so stark verrußt, dass die Bewohner für eine Zeit in einem anderen Heim untergebracht werden mussten. Der Sachschaden wurde zunächst auf etwa 100.000 Euro geschätzt.

Die Deutsche Hospiz Stiftung forderte daraufhin schärfere und bundeseinheitliche Brandschutzbestimmungen für Alten- und Pflegeheime. Notwendig seien generell Sprinkleranlagen und Rauchmelder in den Zimmern, sagte Stiftungs-Vorstand Eugen Brysch. Erst vor einer Woche waren bei einem Brand in einem Würzburger Seniorenheim drei Bewohner ums Leben gekommen.

Der Träger der Nürnberger Einrichtung, die Diakonie Neuendettelsau, verwies darauf, dass in dem Raum ein thermischer Brandmelder installiert war, der auf Hitze reagiert. Dieser habe sofort Alarm bei der Feuerwehr ausgelöst, sagte ein Sprecher. Die Einsatzkräfte seien innerhalb weniger Minuten am Einsatzort gewesen.

jdl/dapd



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