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Übersetzungsfehler Fahrgast kündigt aus Versehen Explosion in Zug an

Auf der Bahnfahrt zwischen Nürnberg und Hof wollte ein Mann wissen, wo der Zug geteilt werde. Eine Mitreisende verstand die Übersetzung auf seinem Handy als Bombendrohung. Die Polizei evakuierte die Regionalbahn.
Regionalbahn in Bayern (Symbolbild)

Regionalbahn in Bayern (Symbolbild)

Foto: Michael Bihlmayer / CHROMORANGE / picture alliance

Er hat nur wissen wollen, wo sein Zug geteilt wird, doch sein Handy kündigte eine Zugexplosion an. Ein Übersetzungsfehler eines Hilfe suchenden Irakers auf seinem Handy hat im oberfränkischen Oberkotzau einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei in Selb sagte, musste deshalb am Montagabend eine Regionalbahn mit 80 Reisenden evakuiert werden. Der 36 Jahre alte Mann kam nach einer zwischenzeitlichen Festnahme wieder frei.

Der Zwischenfall ereignete sich auf der Verbindung zwischen Nürnberg und Hof. Der in München lebende Iraker habe in dem Zug eine Frau angesprochen. Zuvor hatte er dem Bundespolizeisprecher zufolge auf seinem Handy arabische Schriftzeichen in einen Übersetzer eingetippt. Bei der deutschen Übersetzung las die Frau, dass der Zug explodieren werde.

Notfallleitstelle der Bahn alarmiert

Laut dem Sprecher der Bundespolizei lief die Frau unter dem Vorwand, auf die Toilette zu müssen, zum Zugbegleiter, der die Notfallleitstelle der Bahn alarmierte. Die Polizei evakuierte den Zug mit 80 Reisenden in Oberkotzau im Landkreis Hof und räumte den dortigen Bahnhof und ein Jugendzentrum. Zwei Sprengstoffspürhunde durchsuchten den Zug.

Der Mann sei widerstandslos festgenommen worden. »Er wusste gar nicht, wie ihm geschieht«, sagte der Sprecher. Bei der Vernehmung habe sich herausgestellt, dass er eigentlich nur fragen wollte, wo der Zug geteilt werde und wo er umsteigen könne. Der Mann sei schon auf der Strecke unterwegs gewesen und wusste demnach, dass er aufpassen musste.

Warum sein Handy solch eine fatale Fehlübersetzung machte, blieb zunächst unklar. Der Mann spreche wohl einen kurdischen Dialekt, was ein möglicher Grund sein könne, sagte der Sprecher. Aber womöglich habe er sich nur schlicht bei der Eingabe vertippt.

Der Fehlalarm führte laut Bundespolizei regional zu Verspätungen bei 18 Zügen. Die Zuginsassen wurden mit Ersatzverkehr weiter transportiert.

kub/AFP/dpa

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