Behördenposse in Duisburg Stadt verweigerte Genehmigung für Love-Parade-Trauerfeier

Die Duisburger Verwaltung hat die Gedenkfeier für die Opfer der Love Parade als illegal bezeichnet. In einem Zeitungsbericht beschwert sich der Organisator, die Stadt habe seine Planungen massiv behindert. Angeblich, um der Regierung von Ministerpräsidentin Kraft eins auszuwischen.  
Gedenken an Love-Parade-Opfer: Stadt spricht von illegaler Veranstaltung

Gedenken an Love-Parade-Opfer: Stadt spricht von illegaler Veranstaltung

Foto: STRINGER/GERMANY/ REUTERS

Essen/Duisburg - Die Verantwortlichen der Stadt Duisburg beweisen wenig Sensibilität beim Umgang mit der Love-Parade-Katastrophe: Laut einem Zeitungsbericht hat die Stadt die Gedenkfeier Ende Juli nicht genehmigt. Vor der Veranstaltung im Duisburger Stadion sei der private Veranstaltungsleiter zudem wiederholt von der Stadt gegängelt worden, berichten die Zeitungen der WAZ-Gruppe .

Bei der Love Parade waren im Juli vergangenen Jahres 21 Menschen gestorben. Der Stadt Duisburg wird unter anderem vorgeworfen, sie hätte die Großveranstaltung aus Sicherheitsgründen nicht genehmigen dürfen. An der Gedenkfeier im Stadion des MSV Duisburg hatten rund 7000 Menschen teilgenommen - darunter Angehörige, Überlebende, Notfallseelsorger und Rettungskräfte.

Aus Rücksicht auf Opfer und Angehörige wurde die Stadt an der Gedenkfeier nicht beteiligt. Stattdessen übernahm die Staatskanzlei von SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft die Planungen - und beauftragte den Geschäftsführer eines Duisburger Kongresszentrums, Arno Eich.

Dieser erhebt nun massive Vorwürfe gegen die Stadt: Sie habe Genehmigungen für die Trauerfeier verzögert, behindert und blockiert, sagte Organisator Eich der "WAZ". "Es schien so, dass nicht jeder in der Stadt glücklich war, dass das Land die Gedenkveranstaltung ausrichtete."

Laut "WAZ" spitzte sich die Situation am Tag vor der Trauerfeier zu. Wegen einer Sturmwarnung ließ Eich die Bühne von der Nord- vor die Südtribüne verlegen. Feuerwehr und Polizei hielten dies für sicherer.

Stadtdirektor beschwerte sich bei der NRW-Staatskanzlei

Doch die Stadt wollte das nicht genehmigen: Unabhängig vom Wetter dürfe die Bühne nur dort stehen, wo es genehmigt wurde. "Die zu erwartende Gefährdung der Teilnehmer interessierte offenbar nicht", sagte Eich der "WAZ". Der Stadtdirektor Peter Greulich habe nach seinem Empfinden "die Staatskanzlei bloßstellen wollen".

Und so erteilte die Stadt keine Genehmigung für die Trauerfeier - obwohl der Organisator wie gefordert ein neues Brand- und Sicherheitskonzept vorlegte. Eine Woche später habe Greulich sich dann bei der Staatskanzlei beschwert. In einem Brief schrieb er laut der Zeitung, Ministerpräsidentin Kraft habe auf einem "nicht genehmigten Schwarzbau" geredet. Normalerweise hätte dies zu einem Verbot der Veranstaltung geführt, worauf aber verzichtet worden sei. Der Stadtdirektor beschwert sich laut der Zeitung, seine Mitarbeiter seien wie bei der Love Parade "von oben" unter Druck gesetzt worden.

Die Staatskanzlei wollte sich bislang nicht zu dem Streit äußern. Die Stadt Duisburg teilte der "WAZ" mit, die Veranstaltung sei "juristisch illegal" gewesen. Sie hätte nicht genehmigt werden dürfen. Ein kurzfristiges Verbot wäre jedoch unverhältnismäßig gewesen. Den Vorwurf, man habe die Veranstalter gegängelt, bezeichnete die Stadt als "abwegig".

cte/dapd
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.