Beinahe-Katastrophe Rangierbahn rammt Personenzug - mehrere Verletzte

Ein Zug mit 60 Menschen an Bord ist im niedersächsischen Uelzen mit einer Rangierbahn zusammengestoßen. Vier Passagiere wurden leicht verletzt, der Sachschaden geht in die Millionen. Nach Expertenansicht sind die Züge nur knapp einer Katastrophe entgangen


Uelzen - Der Rangierzug hatte den 70 Stundenkilometer schnellen Personenzug in der Nacht an einer Weiche seitlich gerammt. Alle sechs Passagierwagen wurden eingedrückt und stark beschädigt.

"Im Zug liegt alles voller Glassplitter. In der Tat ist es ein Wunder, dass da nicht mehr passiert ist", sagte der Sprecher des Bundesgrenzschutzes, Holger Jureczko. Wäre der Personenzug nur wenige Sekunden später an der Weiche vorbeigekommen, wären die Züge nach Expertenmeinung möglicherweise frontal zusammengestoßen. Warum die Rangierbahn zu der Zeit an die Weiche rollte, ist unklar.

Der Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen mehrere Millionen Euro betragen, teilte der Bundesgrenzschutz mit. Die verletzten Passagiere erlitten einen Schock und Prellungen. Zu Behinderungen kam es nach Angaben der Bahn auf der Strecke nicht.

Der Personenzug der privaten Metronom-Eisenbahngesellschaft war in Richtung Lüneburg-Hamburg unterwegs, als er von der Rangierbahn an der Weiche getroffen wurde. "Wir können eine Schuld der Metronom ausschließen", sagte der technische Geschäftsführer der Metronom-Eisenbahngesellschaft, Carsten Hein. Ein Sprecher der Deutschen Bahn AG, die die Rangierbahn betreibt, wollte sich nicht zu dem Unfall äußern.

Nach ersten Erkenntnissen sei die Rangierbahn gegen den Personenzug gerollt, sagte der Sprecher des Bundesgrenzschutzes. Es könne sich sowohl um einen technischen Defekt als auch um menschliches Versagen handeln. Die genaue Ursache werde von zwei Spezialisten des Eisenbahnbundesamtes untersucht.



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