Beinahkatastrophe Geisterzug raste auf Los Angeles zu

Im letzten Moment haben Bahnarbeiter in Kalifornien ein Zugunglück verhindert. 31 mit Holzbalken, Zeitungsdruckpapier und Faserplatten beladene Güterwaggons hatten sich im Rangierbahnhof von Montclair losgerissen und waren führerlos durchs Land gerast. Erst nach 45 Kilometern konnten sie gestoppt werden - kurz vor L.A.


Die Entgleisung des Zuges verursachte ein Bild der Verwüstung
AP

Die Entgleisung des Zuges verursachte ein Bild der Verwüstung

Commerce/USA - Wie sich Waggons losrissen, ist noch nicht klar. Mit zeitweise mehr als 110 Kilometern pro Stunde rasten sie gegen Mittag auf Los Angeles zu. In Commerce, einem Vorort mit Industrie und einzel stehenden Familienhäusern entlang der Bahnstrecke, lenkten Bahnarbeiter den Geisterzug nach einer halben Stunde wilder Jagd auf eine Nebenstrecke. Mindestens elf Waggons entgleisten bei dem riskanten Manöver, bei dem Aufprall wurde die tonnenschwere Ladung explosionsartig im näheren Umkreis zerstreut. Trotz des Ausmaßes blieb es weitgehend bei Sachschaden; drei Kinder und drei Erwachsene wurden verletzt in Krankenhäuser eingeliefert. Insgesamt wurden 13 Häuser zerstört.

"Das war die letzte Chance, die wir glaubten zu haben, um sie vor der Innenstadt von Los Angeles entgleisen zu lassen", sagte ein Sprecher von der Union Pacific Railroad, John Bromley, zu dem Manöver. Ein Augenzeuge, Jason Mendez, sagte: "Wir sahen, wie der Zug ein Haus demolierte und zerfetzte. Die Stromleitungsmasten wurden umgerissen, man sah Funken. Ich war im Schock." Viele Einwohner waren zur Zeit des Unglücks nicht zuhause. Der Feuerwehrchef vom Landkreis Los Angeles, Michael Freeman, sagte: "Was, wenn das mitten in der Nacht passiert wäre, wenn alle zuhause gewesen wären?"



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