Platz für Trecker Bauer verrückt Grenzstein – und macht Belgien größer
Vermutlich hatte sich der Landwirt nicht viel dabei gedacht, als er einen historischen Grenzstein zur Seite räumte. Laut der britischen BBC wollte sich der namentlich nicht genannte Bauer vor allem die Durchfahrt mit seinem Traktor erleichtern. Und da musste der Stein eben weichen. Allerdings verschob er damit auch die belgische Grenze um 2,29 Meter.
Dem BBC-Bericht zufolge war einem Hobbyhistoriker bei einem Waldspaziergang die Unregelmäßigkeit durch Zufall aufgefallen. Der Stein aus dem Jahr 1819 markiert den Übergang von Belgien zu Frankreich.
»Er hat Belgien größer gemacht und Frankreich kleiner. Das ist keine gute Idee«, sagte der Bürgermeister von Erquelinnes dem französischen Fernsehsender TF1. Auf dem Gebiet von Erquelinnes befindet sich der umstrittene Stein. »Ich war glücklich, meine Stadt war größer«, so David Lavaux im Scherz weiter. Seiner Kollegin auf der französischen Seite dürfte die Aktion weniger gefallen habe, sagte Lavaux.
Auch von dieser gibt es eine Stellungnahme, auch sie nimmt es mit Humor. »Wir sollten in der Lage sein, einen neuen Grenzkonflikt zu verhindern«, sagte Bürgermeisterin Aurélie Welonek der Tageszeitung »La Voix du Nord«.
Der Stein muss zurück – sonst droht Ärger
Um eine friedliche Lösung zu finden, soll der Landwirt den Stein nun unverzüglich an seinen angestammten Ort zurückbringen. Der belgische Bürgermeister dazu: »Wenn er guten Willen zeigt, bekommt er auch keinen Ärger. Wir werden die Sache gütlich aus der Welt schaffen.«
Allerdings, so berichtet die BBC, könnte eine Weigerung erhebliche Folgen haben. Dann müsste sich das belgische Außenministerium einschalten und eine französisch-belgische Grenzkommission wiederbeleben, die seit den Dreißigerjahren nicht mehr zusammengetreten ist. Dem Bauern könnte im schlimmsten Fall ein Strafverfahren drohen, wie Bürgermeister Lavaux erklärte.