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18. März 2019, 10:22 Uhr

Liebhaber kauft "Armando"

Brieftaube versteigert - für fast 1,3 Millionen Euro

In Deutschland gilt die Brieftaubenzucht als Rentnerhobby, in anderen Ländern werden für die Tiere zum Teil horrende Summen gezahlt - so wie jetzt für ein flämisches Exemplar namens "Armando".

Rekordsumme für eine Brieftaube: Ein in Belgien gezüchteter und preisgekrönter Vogel hat bei einer Auktion die stolze Summe von 1,25 Millionen Euro eingebracht. Die flämische männliche Taube "Armando" ist damit die teuerste ihrer Art weltweit, teilte das auf Brieftaubenzucht spezialisierte Portal "Pigeon Paradise" (Pipa) mit.

"Armando" stammt aus dem Schlag von Joël Verschoot, einem der angesehensten Taubenzüchter Belgiens. Niemand habe damit gerechnet, dass die als "magisch" geltende Schwelle von einer Million Euro überschritten werde, heißt es auf Pipa.

Laut der belgischen Nachrichtenagentur Belga handelt es sich bei dem Käufer um einen Chinesen, der den Vogel wohl zu Zuchtzwecken ersteigert hat. Die wachsende Nachfrage aus Asien nach Brieftauben hat das ansonsten sinkende Interesse an den Tieren zuletzt wieder etwas gestärkt.

Auch in Deutschland hat das Brieftaubenwesen eine lange Tradition. Im April vergangenen Jahres wurde es in Nordrhein-Westfalen als immaterielles Kulturerbe ausgewählt. Die deutsche Unesco-Kommission entschied später jedoch, diesen Sport nicht in Deutschlands immaterielles Kulturerbe aufzunehmen (hier erfahren Sie mehr über das Thema).

Tierschützer werfen Brieftaubenzüchtern vor, dass es bei den Wettkämpfen jährlich zu Verlusten von Hunderttausenden Tieren komme - und dass viele Züchter ihre gestrandeten Tauben nicht zurückholten, weil die "nicht die geforderte Leistung erbracht und damit (...) keinen Wert mehr hätten", wie es etwa beim Tierschutzbund heißt.

Im Video: Die Sehnsucht der Brieftauben

mxw/AFP

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