Belgien Viele Tote bei Zugunglück nahe Brüssel

Schweres Zugunglück nahe Brüssel: Bei dem Zusammenstoß von zwei Regionalzügen sind laut Polizei mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen. Der Bürgermeister sprach von 20 Toten. Zum Zeitpunkt des Unfalls waren die Gleise vereist, es herrschte dichter Schneefall.


Brüssel - Die zwei Regionalzüge sollen gegen 8.30 Uhr nahe Brüssel aufeinandergeprallt sein. "Es gibt mindestens zwanzig Tote", sagte der Bürgermeister der Stadt Halle, Dirk Pieters, laut Berichten der Nachrichtenagentur Belga und des flämischen Fernsehsenders VRT. Weder die Eisenbahngesellschaft SNCB noch der Netzbetreiber Infrabel konnten die Opferzahl zunächst bestätigen. Eine Infrabel-Sprecherin sagte jedoch, dass die Polizei die Zahl der Toten auf wahrscheinlich mindestens zehn schätze.

Der Gouverneur der Provinz Flämisch-Brabant, Lode De Witte, sagte, die Zahl von zehn Toten sei bestätigt. Es könnten sich aber noch Opfer in den beschädigten Waggons befinden. De Witte sprach von elf Schwerverletzten, darunter ein Kind.

Die Unfallursache war zunächst nicht bekannt, nach Angaben des flämischen Fernsehsenders VRT überfuhr ein Zug ein rotes Haltesignal.

Bei dem Unfall verkeilten sich die beiden ersten Waggons der Züge ineinander; die Wucht des Aufpralls schob sie nach oben. Der Unfallort bot ein Bild der Verwüstung. Bei dem Aufprall wurden Fahrgäste in den Waggons eingeschlossen und mussten von der Feuerwehr befreit werden, meldete die Polizei. Wie viele Menschen verletzt wurden, war zunächst nicht bekannt. Helfer brachten die Leichtverletzten in ein benachbartes Sportzentrum.

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Nahe Brüssel: Viele Tote beim Zusammenstoß zweier Regionalzüge
Der Bürgermeister sagte, die Schwerverletzten würden an Ort und Stelle behandelt und dann in ein Krankenhaus gebracht. Die Behörden richteten ein Krisenzentrum ein.

Nach Angaben der SNCB kollidierten auf der Ausfahrt aus dem Bahnhof von Halle zwei Züge. Laut Infrabel war es ein Frontalzusammenstoß. Der Unfall ereignete sich in der Hauptverkehrszeit auf der Strecke Mons-Brüssel. Die Züge beförderten demnach Menschen zur Arbeit nach Brüssel oder von dort zurück. Auch ein dritter Zug soll den Angaben zufolge beteiligt sein.

Das Unglück ereignete sich auf vereisten Gleisen und in dichtem Schneefall. Eine Sprecherin der Bahngesellschaft teilte mit, es sei erheblicher Schaden entstanden. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die vorderen Wagen der beiden Züge durch die Wucht der Kollision entgleisten.

Die Abfahrten der Züge vom Typ Eurostar und Thalys aus Brüssel waren infolge des Unglücks stark gestört. Halle liegt etwa 15 Kilometer südwestlich von Brüssel. Wegen des Unglücks war unter anderem die Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Brüssel und Paris blockiert.

Es handelt sich um eines der schlimmsten Zugunglücke in Belgien seit Jahrzehnten.

jjc/dpa/Reuters



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