Benedikts Heimkehr Marktl leuchtete

Das Flugzeug ging eigens in den Sinkflug, der Papst hatte im Cockpit Platz genommen. Auf seiner Rückreise nach Rom überflog Benedikt XVI. seinen Geburtsort Marktl. In Australien sieht man schon mit Begeisterung dem nächsten Weltjugendtag entgegen.


Sydney - Er hoffe, dass die Ausrichtung der Großveranstaltung 2008 den Glauben und die "guten" Werte der Gesellschaft stärken werde, erklärte heute der Erzbischof von Sydney, George Pell. Er hatte erst kürzlich erklärt, sollte Australien den kommenden Weltjugendtag ausrichten, werde die katholische Kirche den als streng religiös bekannten Schauspieler Mel Gibson bitten, den Kreuzweg in Sydney zu rekonstruieren. Dies hatte er bereits für seinen umstrittenen Film "Die Passion Christi" unternommen. Der gebürtige Australier Gibson könnte "durchaus interessiert" sein, sagte Pell. "Ich glaube, dass seine Hingabe an Jesus Christus echt ist."

Marktl am Inn: Hell erleuchtet präsentierte sich das Geburtshaus dem Überflieger Benedikt
REUTERS

Marktl am Inn: Hell erleuchtet präsentierte sich das Geburtshaus dem Überflieger Benedikt

Beim Weltjugendtag in Köln hatte Papst Benedikt XVI. gestern verkündet, dass das nächste Treffen dieser Art in Sydney stattfinden werde. Australiens Premierminister John Howard begrüßte die Entscheidung als "großes Kompliment" an das Land, die Stadt Sydney und die australische katholische Kirche. Es wäre der vierte Besuch eines katholischen Kirchenoberhauptes in Australien.

Laut australischen Zeitungsberichten werden zur Eröffnungsmesse im Olympiastadion der Hafenstadt bis zu 150.000 Menschen erwartet. Am Abschlussgottesdienst könnten bis zu einer halben Million Gläubige teilnehmen. Dies wäre die größte Zusammenkunft seit den Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000.

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Weltjugendtag: Beten, beichten, bibbern

Doch erst einmal waren Hunderttausende Pilger damit beschäftigt, nach Hause zu kommen. Zur Rückkehr der Pilger aus Köln setzte die Bahn mehr als 400 Sonderzüge ein, um die Menschenmassen transportieren zu können. Viele Pilger seien auch zu Fuß gegangen oder hätten den Bus benutzt, so der Bahn-Sprecher weiter. Während einige gleich in ihre Heimat fuhren, kehrten viele erst einmal in ihre Unterkünfte zurück, um heute den Heimweg anzutreten.

Gestern Abend kam Papst Benedikt XVI. wieder im Vatikan an. Er war an Bord einer Sondermaschine der Lufthansa, die kurz vor 22 Uhr in Rom landete. Zuvor war der Airbus eigens für den Pontifex über dessen bayerischen Heimatort Marktl am Inn geflogen. Der Pilot ließ das Flugzeug beim Überflug von Marktl sinken, um dem Papst einen Blick auf seine Heimat zu ermöglichen. Benedikt war dabei selbst im Cockpit und sendete Grüße an die rund 2000 Schaulustigen am Boden. Die Feuerwehr strahlte sein Geburtshaus mit Flutlicht an, zahlreiche Menschen zündeten Kerzen und Taschenlampen an.



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