Berlin Arabische Clans sollen Corona-Soforthilfen kassiert haben

Arabische Clans aus Berlin stehen im Verdacht, im großen Stil Corona-Soforthilfen kassiert zu haben. Das Landeskriminalamt ist bei einer ersten Prüfung auf Hunderte Anträge gestoßen, wie SPIEGEL TV aus Ermittlerkreisen erfuhr.
Polizisten führen in Berlin ein Mitglied eines arabischstämmigen Clans ab (Archivbild)

Polizisten führen in Berlin ein Mitglied eines arabischstämmigen Clans ab (Archivbild)

Foto: Paul Zinken/ dpa

Am Montag beerdigte der polizeibekannte Rammo-Clan eine Angehörige im Stadtteil Schöneberg. Ein Großaufgebot der Polizei achtete darauf, dass wegen der Ansteckungsgefahr die Corona-Abstandsregeln eingehalten wurden.

Finanzexperten der Polizei hatten Wohn- und Geschäftsadressen von mehreren Großfamilien mit den Daten der Investitionsbank Berlin (IBB) abgeglichen. Es war eine Anfangsrecherche, bei der die Beamten nur wenige Anschriften abfragten, die bereits aus früheren Verfahren aktenkundig waren.

Über 200 Anträge auf Corona-Soforthilfen

Die Trefferdichte verblüffte das LKA. Über 250 Anträge auf finanzielle Hilfe passen zu den wenigen Clan-Adressen. Auch mit der Anschrift eines Flüchtlingsheims wurde Geld auf der Homepage der Investitionsbank beantragt.

Die Polizei kennt die Immobilie seit Jahren, weil sie von einem mutmaßlichen Strohmann aus dem Libanon gekauft wurde.

Noch ist völlig unklar, wie viel Geld auf die Konten der Großfamilien geflossen ist. Niemand kann außerdem abschätzen, wie groß der Anteil ist, der zu Unrecht kassiert wurde. Die Behörden stehen ganz am Anfang der Ermittlungen. Laut SPIEGEL-Recherchen liegt Berlin beim Betrug mit Corona-Soforthilfen weit vorne, die Ermittlungsverfahren steigen stark an. Lesen Sie hier mehr dazu.

SPIEGEL TV sendet heute um 23.25 Uhr bei RTL einen Bericht zu den Corona-Soforthilfen im Clan-Milieu.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.