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08. Dezember 2005, 21:29 Uhr

Berlin

Bombenfund legt Innenstadt lahm

Der Fund einer 500-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg hat für helle Aufregung und stundenlanges Verkehrschaos in Berlin-Mitte gesorgt. Zahlreiche Gebäude mussten aus Sicherheitsgründen geräumt werden.

Berlin - Da die Bombe britischer Herkunft nach Einschätzung von Kampfmittelexperten nicht transportiert werden konnte, wurde sie laut der Polizei an ihrem Fundort auf der Straße Unter den Linden kontrolliert gesprengt. Die Sprengung verursachte eine mehrere Meter hohe Erdfontäne. Zu sehen war nach der Explosion eine etwa drei Meter tiefe, acht Meter lange Grube.

Entdeckt worden war die explosive Hinterlassenschaft des Zweiten Weltkrieges bei Bauarbeiten auf dem Mittelstreifen des Boulevards Unter den Linden schräg gegenüber dem Haupteingang der Humboldt-Universität in drei Metern Tiefe. Am späten Nachmittag wurden anliegende Gebäude zwischen Bebelplatz und Friedrichstraße geräumt, darunter die Universität, die Staatsbibliothek, das Museum Deutsche Guggenheim sowie mehrere Autohäuser und ein Hotel. Auch der Weihnachtsmarkt am Opernpalais wurde geräumt. Die Vorstellungen in der Staatsoper Unter den Linden fielen am Abend aus. Ein Polizeisprecher sprach angesichts des menschenleeren Boulevards von einer "gespenstischen Szene".

Mehr als 200 Beamte von Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz, Autofahrer mussten Staus und stundenlange Wartezeiten hinnehmen.

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