Brand in Berlin Weiter Explosionsgefahr – Lage im Grunewald bleibt angespannt

Noch Temperaturen von bis zu 140 Grad – und Glutnester auf dem Sprengplatz: Die Gefahr durch den Brand im Grunewald ist nicht gebannt. Gute Nachrichten gibt es von einer Schafherde.
Wasserwerfer am Grunewald: Noch kann die Feuerwehr den Sprengplatz nicht betreten

Wasserwerfer am Grunewald: Noch kann die Feuerwehr den Sprengplatz nicht betreten

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Fabian Sommer / dpa

Wirkliche Entspannung ist vier Tage nach Ausbruch eines Brandes auf einem Sprengplatz im Berliner Grunewald noch immer nicht in Sicht: Die Autobahn A115 (Avus) bleibt vorerst weiter gesperrt, wie die Feuerwehr mitteilte.

Ob das weiter nötig ist, werde mehrmals täglich in Lagebewertungen überprüft. Am Montagabend solle es eine weitere Bewertung geben, sagte ein Sprecher. Eine Freigabe der Autobahn wird aber noch nicht erwartet. Sie ist erst möglich, wenn der Radius des Sperrkreises von derzeit noch 550 Meter weiter verringert wird. Anfangs hatte er 1000 Meter betragen.

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Auf dem Sprenggelände, auf dem die Polizei tonnenweise alte Granaten, Munition und beschlagnahmte Feuerwerkskörper lagerte, herrschten zum Teil immer noch Temperaturen von 140 Grad Celsius, sodass weiterhin Explosionsgefahr bestehe, sagte ein Sprecher. Die Feuerwehrleute können das Gebiet daher nicht betreten.

Zugang verschaffen sich die Einsatzkräfte mit einem umgebauten Panzer, der Wasser verspritzen kann. Auch mit Löschrobotern können der heiße Boden und die umher liegende Munition gekühlt werden. Weil das Gelände groß, unwegsam, unübersichtlich und von Gebäuden und Zäunen durchzogen ist, gestalte sich dieses Kühlen mit Wasser sehr schwierig, hieß es.

Explosionen in der Nacht

Außerdem gibt es auf dem Sprengplatz immer noch Glutnester. Der Wind lässt manche Stellen wieder aufflammen. Weltkriegsbomben und zahlreiche große Patronen seien durch die Explosionen in der Nacht zu Donnerstag überall verstreut worden. Sollte ein Sprengkörper explodieren, könnten Teile davon Menschen verletzen oder auf die Autobahn geschleudert werden, so die Feuerwehr.

Einen vergleichbaren Einsatz einer Feuerwehr habe es wohl im Nachkriegsdeutschland so noch nicht gegeben, sagte der Sprecher. Am Montag waren insgesamt rund 250 Einsatzkräfte vor Ort.

Das Feuer war nach bisherigen Erkenntnissen in der Nacht zum Donnerstag auf dem Sprengplatz ausgebrochen, die Ursache ist bislang nicht bekannt. Ob es sich um Brandstiftung handelte, will die Kriminalpolizei klären. Es kam wegen der gelagerten Munition und Kampfmittel zu Explosionen. Zunächst war auch die Bahnstrecke, die parallel zur Autobahn, aber in etwas größerem Abstand zum Waldbrand verläuft, gesperrt worden. Seit Samstag fahren hier allerdings bereits wieder Züge.

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Angesichts der Ereignisse wird darüber diskutiert, ob sich der seit 1950 bestehende Sprengplatz an der richtigen Stelle befindet.

Am Rande hatte die Feuerwehr dann zumindest gute Nachrichten für alle Tierfreunde. Eine Schafherde sei in Sicherheit gebracht worden. Sie hatte die Flammen und die Explosionen auf dem Sprengplatz der Polizei äußerlich unbeschadet überstanden. Allerdings hielt sie sich anschließend tagelang in dem einen Kilometer um den Sprengplatz gezogenen Sperrkreis auf, den Einsatzkräfte aus Sicherheitsgründen nicht ohne Weiteres betreten konnten.

Der Schäfer hatte laut Feuerwehr für einen Wasservorrat von zwei Tagen gesorgt. Als der aufgebraucht war, drangen einzelne Feuerwehrleute und Polizisten mithilfe schweren Geräts zur Herde vor, um die Schafe mit neuem Wasser zu versorgen. Am Montag nun habe die Herde den Sperrkreis zum Teil selbstständig, zum Teil mit Unterstützung von Helfern verlassen, so die Feuerwehr.

bbr/dpa
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