Berlin Brandanschläge auf Autos von Immobilienkonzern

In Berlin haben Unbekannte Anschläge auf mehrere Fahrzeuge eines Immobilienkonzerns verübt. Die Polizei geht von einer konzertierten Aktion aus.
Zentrale des Wohnkonzerns Vonovia in Bochum

Zentrale des Wohnkonzerns Vonovia in Bochum

Foto: Bernd Thissen / dpa

In Berlin sind in der Nacht zu Mittwoch an verschiedenen Orten mindestens 16 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt worden. Dies teilte die Polizei mit.

Demnach wurden in Wedding, Tempelhof, Steglitz sowie Friedrichsfelde und Alt-Hohenschönhausen fünf Firmenwagen eines Immobilienkonzerns in Brand gesteckt. In der Straße Alt-Friedrichsfelde brannte ein Kleintransporter komplett aus, fünf weitere Fahrzeuge wurden durch die Flammen teilweise stark beschädigt. Auch in der Gurlittstraße in Steglitz brannte ein Firmenwagen fast vollständig aus, bevor die Feuerwehr löschen konnte .

Staatsschutz und LKA ermitteln

Die Polizei geht von einer geplanten Aktion aus, weil die Brandstifter fast zeitgleich an den weit auseinanderliegenden Orten zuschlugen: Alle Taten ereigneten sich demnach zwischen 1.45 Uhr und etwa 2 Uhr.

Laut Medienberichten handelte es sich um Firmenfahrzeuge wie Transporter, die dem größten deutschen Wohnungskonzern Vonovia gehörten. Der für Straftaten von politischen Extremisten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei im Landeskriminalamt (LKA) ermittelt.

Vonovia besitzt rund 354.000 Wohnungen in Deutschland, davon mehr als 43.000 in Berlin. Derzeit versucht der DAX-Konzern, den mit 114.200 Wohnungen größten Privatvermieter in Berlin, die Deutsche Wohnen, zu übernehmen. Das letzte Angebot der in Bochum ansässigen Vonovia lag bei 53 Euro je Aktie für den kleineren Mitbewerber – insgesamt mehr als 19 Milliarden Euro.

Autos von Immobilienfirmen und Logistikunternehmen werden in Berlin bisweilen von Linksextremisten angezündet. Oft finden sich anschließend Bekennertexte auf Internetseiten der linksradikalen Szene. Bei zahlreichen anderen Brandstiftungen an Fahrzeugen in der Hauptstadt haben die Täter allerdings kein politisches Motiv. Gründe sind oft Vandalismus oder persönliche Racheakte.

ala/dpa
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