Berliner Zoo Familienplanung bei den Pandabären

Der Berliner Zoo hofft auf Nachwuchs bei seinen Pandabären. Doch noch müssen die Tiere "ein bisschen üben".

Pandamännchen Jiao Qing könnte möglicherweise noch in diesem Jahr Vater werden.
Paul Zinken/dpa

Pandamännchen Jiao Qing könnte möglicherweise noch in diesem Jahr Vater werden.


Gibt es bei Deutschlands einzigen Pandas bald Nachwuchs? Hinter den Kulissen gab es im Berliner Zoo den ersten Paarungsversuch von Weibchen Meng Meng und Männchen Jiao Qing, wie Panda-Revierleiter Norbert Zahmel bekanntgab. Fazit: "Sie müssen noch ein bisschen üben."

Die beiden Tiere leben nebeneinander, aber in getrennten Gehegen und durften sich kürzlich erstmals beschnuppern. Während der Paarungszeit sind sie für Besucher unregelmäßig zu sehen, teilte der Zoo mit.

Jiao Qing, das bedeutet "Schätzchen", müsse noch etwas mehr Männlichkeit zeigen, sagte Zoodirektor Andreas Knieriem über das erste Zusammentreffen der beiden. Meng Meng, auf deutsch "Träumchen", hingegen habe es wunderbar gemacht. Das Zeitfenster, in dem Pandaweibchen empfängnisbereit sind, ist mit maximal 72 Stunden - in der Regel im Frühjahr - sehr kurz.

Der Zoo will es weiterhin mit einer natürlichen Paarung probieren. Er zieht gegebenenfalls aber auch eine künstliche Besamung in Betracht. Die rund neun Millionen Euro teure Panda-Anlage ist entsprechend ausgestattet.

Nachwuchs im Spätsommer möglich

Bisher galt die fünf Jahre alte Meng Meng als zu jung für einen Paarungsversuch. Die Anzeichen, dass sich das geändert hat, häuften sich dem Zoo zufolge zuletzt. Das Weibchen fraß zum Beispiel weniger, wurde rastloser und wies veränderte Hormonwerte auf. Unüberhörbar seien zudem die Paarungsrufe: Meng Meng quiekt laut Knieriem wie ein Schweinchen, Jiao Qing meckert wie eine Ziege.

Die Zoo-Pandas sind Leihgaben aus China und leben seit dem Sommer 2017 in Berlin. Ihre zweigeteilte Anlage ist zwar über einen sogenannten Liebestunnel für die Paarung verbunden - genutzt worden sei dieser aber noch nicht, so Zahmel. Zum ersten Kontakt kam es demnach in Meng Mengs Teil der Anlage, um ihr einen Heimvorteil zu geben und das Verhalten beider Pandas besser beobachten zu können.

Im Erfolgsfall könnte es laut dem Zoo im Juli oder August Nachwuchs geben. Bis zu drei Junge können Pandaweibchen gebären, oft überlebt aber nur eines. Sie sind anfangs ähnlich wie Eisbärenjungen sehr klein und unbehaart. China betrachtet auch im Ausland geborene Pandas als Eigentum. In freier Wildbahn leben dort noch knapp 2000 Exemplare.

Im Berliner Zoo gab es mit Bao Bao und Yan Yan vor vielen Jahren schon einmal ein Pandapärchen - damals blieben die Bemühungen um Nachwuchs vergebens. Zuchterfolge bei Riesenpandas feierte in den vergangenen Jahren der Wiener Tiergarten Schönbrunn. 2016 kamen dort sogar Panda-Zwillinge zur Welt.

bbr/dpa



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