Unwetter Berliner Feuerwehr verhängt Ausnahmezustand

Heftige Gewitter, Starkregen, Hagelschauer und Sturmböen sorgen weiterhin für Chaos: In Berlin standen zwischenzeitlich die Fernzüge still, in Norditalien mussten fast tausend Menschen evakuiert werden.

Ein Pkw fährt nach einem Gewitter durch die überflutete Breite Straße in Berlin-Schmargendorf
Paul Zinken / dpa

Ein Pkw fährt nach einem Gewitter durch die überflutete Breite Straße in Berlin-Schmargendorf


Mehr als 200 Einsätze in zwei Stunden: In Folge der anhaltenden Unwetter in Berlin musste die Feuerwehr am Mittwochabend immer wieder ausrücken. Wegen starker Regenfälle waren viele Straßen überflutet, orkanartige Böen entwurzelten Bäume, ein Blitzeinschlag in Tempelhof legte die Ringbahn lahm.

Wie die Deutsche Bahn bestätigte, wurden wegen "Beschädigungen an den Infrastrukturanlagen" zwischenzeitlich alle Fernverkehrsverbindungen im Berliner Stadtgebiet ausgesetzt. Techniker waren im Einsatz, um die Schäden zu begutachten. Aus Sicherheitsgründen blieben die Fernzüge deshalb zunächst an den Bahnhöfen stehen. Inzwischen wurde der Betrieb wieder aufgenommen, es könne jedoch wegen Rückstaus zu Verzögerungen kommen, teilte die Deutsche Bahn mit.

Gegen 18 Uhr rief die Feuerwehr den Ausnahmezustand aus - und das allein am Mittwoch zum zweiten Mal. Freiwillige Feuerwehren wurde zu Hilfe gerufen, weil die Berufsfeuerwehr die Vielzahl der Einsätze nicht allein bewältigen konnte.

In Dresden wäre fast ein Rammstein-Konzert ins Wasser gefallen. Der Auftrittsort, das Rudolf-Harbig-Stadion, musste nach Einlassbeginn zu Teilen geräumt werden. Die Fans mussten den Innenraum verlassen, durften aber nach gut einer Stunde zurückkehren. Das Konzert konnte mit leichter Verspätung beginnen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab für Teile Sachsens, Sachsen-Anhalts, Thüringens, Brandenburgs, Niedersachsens und Schleswig-Holsteins erneute Unwetterwarnungen aus. Schon in der Nacht zu Mittwoch waren im Osten Deutschlands örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern gemeldet worden. Bereits am Montag hatten heftige Unwetter in Teilen Bayerns für schwere Schäden gesorgt.

Auch in Teilen Norditaliens leiden die Menschen unter den Folgen starker Regenfälle. In der Provinz Lecco trat der Comer See über die Ufer. Straßen wurden gesperrt, fast 1000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. In der Provinz Brescia soll es zudem zu Erdrutschen gekommen sein.

mmm/dpa



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