Berlin, Leeds, Wien Die Love Parade wird international

Die Globalisierung macht auch vor der Love-Parade nicht halt: Bislang ein Berliner Unikum, soll der ausgeflippte Techno-Marsch in diesem Jahr auch durch Wien und Leeds ziehen. Und das ist nur der Anfang.

Berlin - Unter dem gemeinsamen Motto "One World - One Love Parade" wird zeitgleich zur Berliner Love Parade am 8. Juli ein Ableger durch das britische Leeds ziehen. Bereits am 1. Juli gibt es eine Love Parade in Wien. "Unsere Musik kennt keine Nationalitäten", sagte Love-Parade-Erfinder Dr. Motte am Dienstag. Es gebe zahlreiche weitere Anfragen für Love Parades weltweit. Mit Tel Aviv und Buenos Aires sind die Love-Parade- Macher bereits im Gespräch.

In Berlin erwarten die Organisatoren wieder mehr als eine Million Raver aus aller Welt. Im vergangenen Jahr begingen rund 1,5 Millionen Technofans bei der Parade den "Feiertag" der Ravergemeinde. Die Tänzer werden erneut durch den Tiergarten ziehen. Ein Runder Tisch mit Vertretern von Bezirksbehörden, Polizei, Rettungskräften, Verkehrsbetrieben und Love-Parade- Veranstaltern hatte verschiedene Routen geprüft und die Tiergarten-Strecke dann als beste und sicherste Route erneut ausgewählt.

Kritiker hatten diese Strecke wegen der Unmengen von Müll in dem innerstädtischen Park, der Zerstörung von Pflanzen und der Verschmutzung durch Urin und Kot immer wieder abgelehnt. Bündnis 90/Die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus forderten am Dienstag die Verlegung der Love Parade auf das Flugfeld des Flughafens Tempelhof.

Eine Sprecherin von Leeds sagte, zur ersten Love Parade in der Stadt wird mit etwa 100.000 Teilnehmern gerechnet. Fragen der Logistik seien noch nicht entschieden. Organisiert werde das Ganze von Radio One (BBC). Man erwarte Raver aus dem ganzen Land. Die führenden DJs und Clubs sollen vertreten sein. Zwischen Berlin und Leeds sei eine Direktschaltung geplant, damit die Teilnehmer der Love Parades gemeinsam feiern könnten. Zu den DJs, die teilnehmen werden, gehören Carl Cox und Norman Cook ("Fatboy Slim"). Diverse Clubs werden mit Festwagen vertreten sein, darunter auch das "Ministry of Sound" aus London.

In Wien sollen sich die Tanzwütigen zwischen Prater und Uno-City zu Rave- und House-Klängen tummeln, wenn die Love Parade erstmals durch die Donaumetropole zieht. Bisher hat die "Free Party" als Wiener Variante des Happenings für Friede und Toleranz jährlich zehntausende Jugendliche auf die Ringstraße um die Innenstadt gelockt. Für die bunte Parade an der Donau sind 26 Trucks geplant.

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