Berufung TV-Star Löwitsch gibt auf

Klaus Löwitsch hat die Berufung gegen seine Verurteilung zurückgezogen. Dem Schauspieler wurde sexuelle Nötigung und Körperverletzung vorgeworfen. Weil er zur Tatzeit sturzbetrunken war, konnte er nur wegen fahrlässigen Vollrausches verurteilt werden.


"Schlecht erfundene Geschichte": TV-Star Klaus Löwitsch
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"Schlecht erfundene Geschichte": TV-Star Klaus Löwitsch

Berlin - Der Schauspieler Klaus Löwitsch, 65, zieht die Berufung gegen seine Verurteilung wegen fahrlässigen Vollrausches zurück. Löwitsch habe die Hoffnung aufgegeben, bei der Justiz Schutz und Gerechtigkeit zu finden, teilte Anwalt Manfred Studier am Freitag mit. Dies sei aber kein Schuldeingeständnis.

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hatte den Schauspieler zu einer Geldstrafe von 27.000 Mark verurteilt. Dem "Peter Strohm"-Darsteller wurde sexuelle Nötigung und Körperverletzung vorgeworfen. In der Nacht zum 25. Februar 2000 soll er bei einem Zechgelage in der Berliner Künstler-Kneipe "Emil" Claudia W. auf der Straße überfallen haben. Löwitsch, so behauptete die Schauspielerin, hätte ihr in den Ausschnitt gefasst, sie von hinten gewürgt, ihr mehrfach ins Gesicht geschlagen und in den Schritt gefasst.

"Unfaires Verfahren"

Löwitsch gab an, völlig betrunken gewesen und unschuldig zu sein. Das Gericht konnte den Schauspieler nicht strafrechtlich zur Verantwortung ziehen, weil er mit 5,15 Promille sturzbetrunken war und einen "Filmriss" hatte. Deshalb wurde er wegen fahrlässigen Vollrausches verurteilt.

Löwitsch wollte das Urteil zunächst nicht akzeptieren. Er hatte sich in dem Prozess als unschuldig dargestellt und von einer "schlecht erfundenen Geschichte" gesprochen. Der 65-Jährige, der nach eigenen Angaben keinen Alkohol mehr trinkt, sieht sich als Opfer einer Intrige.

Anwalt Studier sagte, sein Mandant habe absolut kein Vertrauen mehr in die Justiz. Gegen mindestens zwei Zeugen aus dem Prozess habe die Staatsanwaltschaft inzwischen Ermittlungsverfahren eingeleitet. Oberstaatsanwältin Monika Kienbaum hatte in dem Verfahren moniert, dass mehrere Zeugen ihre Aussagen zu Gunsten von Löwitsch abgesprochen hätten. Nach Angaben seines Anwaltes will Löwitsch trotzdem als Schauspieler weiter arbeiten. Er hatte zunächst angekündigt, wegen des "unfairen Verfahrens" in Deutschland nicht wieder vor die Kamera zu treten.



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