Berufung Witwe Gsell bleibt neuer Prozess erspart

Millionenerbin Tatjana Gsell muss wohl nicht noch einmal vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat zwar gegen das Urteil des Amtsgerichts Berufung eingelegt, will diese aber wieder zurückziehen, wenn Gsell auf Rechtsmittel verzichtet.


Arztwitwe Gsell: Kein erneuter Prozess vor einer höheren Instanz
DDP

Arztwitwe Gsell: Kein erneuter Prozess vor einer höheren Instanz

Nürnberg - Gsell hatte angekündigt, das Urteil akzeptieren zu wollen. "Man kann davon ausgehen, dass das Urteil gegen Frau Gsell rechtskräftig wird", erklärte Oberstaatsanwalt Walter Knorr.

Die Arztwitwe und ihr Jugendfreund, ein vom Dienst suspendierter Staatsanwalt aus dem bayerischen Hof, waren am Freitag wegen Vortäuschens einer Straftat und versuchten Versicherungsbetrugs zu Bewährungsstrafen von 16 beziehungsweise 15 Monaten sowie zu Geldbußen von 30.000 beziehungsweise 3000 Euro verurteilt worden.

Oberstaatsanwalt Walter Knorr hatte hingegen für Tatjana Gsell eine Bewährungsstrafe von 18 Monaten und eine Geldauflage von 40.000 Euro gefordert. Für den 33-jährigen Ex-Staatsanwalt Stefan M. hatte er eine Haftstrafe von 16 Monaten auf Bewährung beantragt und von einer Geldbuße abgesehen. Sein Verteidiger legte Rechtsmittel ein. Er hatte für seinen Mandanten Freispruch gefordert.

Den beiden Angeklagten wurde vorgeworfen, einen gescheiterten Versicherungsbetrug eingefädelt zu haben, bei dem ein 100.000 Euro teurer Mercedes verschoben werden sollte. Bei einem fingierten Überfall im Januar 2003 wurde Tatjanas Ehemann, der Nürnberger Schönheitschirurg Franz Gsell, schwer verletzt. Er starb wenige Wochen später.



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