Besuch von Anti-Terror-Einheit "Haben Sie Bomben und einen Schnellkochtopf?"

Eine Google-Suche mit verdächtigen Stichworten hat einem Ehepaar in den USA unerwarteten Besuch beschert. Vor der Tür der Catalanos stand plötzlich eine sechs Mann starke Anti-Terror-Einheit. Offenbar kein ungewöhnlicher Vorgang, wie sich herausstellte.
Bomben aus Schnellkochtöpfen: Aus reiner Neugier gegoogelt

Bomben aus Schnellkochtöpfen: Aus reiner Neugier gegoogelt

Foto: DPA/ Canadian Mounted Police

Der Mittwochmorgen begann für Herrn Catalano mit einem Schreck. Vor seinem Haus hielten drei schwarze Geländewagen, sechs Männer stiegen aus und forderten Einlass - was folgte, war ein strenges Verhör. Der Grund dafür: Auf dem Computer seiner Arbeitsstelle hatte Catalano nach den Stichworten "pressure cooker bombs" (Schnellkochtopfbombe) und "backpacks" (Rucksäcke) gesucht.

Eine aus einem Schnellkochtopf gebaute Bombe verwendeten die Attentäter bei den Anschlägen auf den Boston-Marathon im April. Außerdem entsorgten ihre Helfer belastendes Material in einem Rucksack.

Wie Catalanos Ehefrau Michele in ihrem Blog  berichtet, kamen die Behördenmitarbeiter also gleich zur Sache: "Sie wollten von meinem Mann wissen, ob er Bomben und einen Schnellkochtopf besitze", schreibt Catalano. Er habe beides verneint. Dann fragten sie ihn laut ihren Angaben, ob er jemals nach den Stichworten "pressure cooker bombs" gegoogelt habe.

Ihr Mann, so Catalano, habe mit einer Gegenfrage geantwortet: Ob sie sich nicht auch jemals gefragt hätten, wie eine solche Bombe funktioniert, und sich im Internet erkundigt hätten. "Zwei von ihnen gaben daraufhin zu, dass sie das schon mal gemacht haben", schreibt Catalano.

Abschied mit Handschlag

Das Verhör habe 45 Minuten gedauert, zudem durchsuchten die Männer angeblich den Hinterhof. Schlussendlich verabschiedeten sie sich laut Catalano mit Handschlag von ihrem Ehemann und seien wieder davon gefahren.

Zunächst waren die Catalanos davon ausgegangen, dass vor dem Besuch ihre Privat-PC ausgepäht worden waren. Wie die Nachrichtenseite "The Atlantic Wire"  berichtet, hatte der Mann jedoch auf dem Rechner seines ehemaligen Arbeitgebers nach den ominösen Stichworten gesucht. Das habe die Polizeibehörde offiziell bekanntgegeben. Demnach habe der Arbeitgeber den Beamten den Hinweis gegeben und die Untersuchung ausgelöst.

Catalano schreibt weiter in ihrem Blog, die sechs Männer hätten ihrem Mann erklärt, dass solche Besuche "hundertmal die Woche" stattfinden und sich dabei in 99 Fällen als grundlos herausstellen.

cst
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