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SACHBÜCHER Beten für gesunde Füße

aus DER SPIEGEL 22/2008

Die Deutsche St.-Jakobus-Gesellschaft nennt es den »Kerkeling-Effekt": Der Jakobsweg-Bestseller des Entertainers »Ich bin dann mal weg« erschien 2006, und 2007 wuchs die Zahl der in Santiago de Compostela registrierten Deutschen von 8000 im Vorjahr auf fast 14 000. Damit waren im vergangenen Jahr etwa zwölf Prozent der Ankömmlinge Deutsche. Kerkeling selbst ließ sich durch den Bericht der Schauspielerin Shirley MacLaine anregen - und bedankte sich, indem er einen Auszug aus dem MacLaine-Buch der nun erscheinenden Pilger-Anthologie »Losgehen um anzukommen« beisteuerte. Die Texte, die sich mit der Faszination des Pilgerns vom 14. Jahrhundert bis heute beschäftigen, zeigen, dass sich, abgesehen von der Verbesserung des Wegenetzes, gar nicht so viel geändert hat im Laufe der Jahrhunderte. Es gab schon immer solche und solche Pilger. Die einen wandern sich »vor Schmerzen lachend« (MacLaine) Blasen an die Füße, die anderen lassen es bequemer angehen - entweder zu Pferd oder wie ein von Kerkeling beobachtetes US-amerikanisches Ehepaar: Die Frau ließ sich von ihrem Mann am Wegesrand absetzen, der wartete dann drei Kilometer weiter im Jeep auf sie, um sie nach absolviertem Tagespensum wieder einzusammeln. So ging's bis ans Ende der Reise.

Bettina Feldweg (Hg.): »Losgehen um anzukommen«. Malik Verlag, München; 284 Seiten; 14,90 Euro.

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