Betrug bei McDonald's-Spiel US-Kunden um Millionenchance gebracht

Das FBI hat in Amerika einen Betrügerring hochgehen lassen, der jahrelang millionenschwere Gewinnspiele der Fast-Food-Kette McDonald's manipuliert hat. Bitter für die Kunden: Sie konnten die angekündigten Preise nie gewinnen, trotzdem futterten sie kräftig weiter, um Lose zu bekommen.


Ein McDonald's-Restaurant in Rutland im US-Bundesstaat Vermont
AP

Ein McDonald's-Restaurant in Rutland im US-Bundesstaat Vermont

Washington - Die McDonald's-Kundin weinte gestern im US-Fernsehen bitterlich. Jeden Tag habe sie extra drei Big Macs bei dem Schnellrestaurant gegessen. Und alles nur, um an die Coupons für das angekündigte Millionenspiel "Monopoly" oder "Wer wird Millionär?" zu kommen. Gewonnen jedoch hat sie nie etwas.

Die Frau ist eine von Millionen betrogenen Fast-Food-Liebhabern, die den Traum von einem Gewinn von einer Million US-Dollar hatten. Dieser Gewinn war neben Sachpreisen sowohl auf einigen Verpackungen als auch in amerikanischen Sonntagszeitungen offeriert worden, wenn man nur drei der Coupons und natürlich etwas Glück habe.

Acht Betrüger festgenommen

Doch der Traum vom Reichtum war vergeblich. Das bestätigte am Mittwoch die amerikanische Bundespolizei FBI. Sie nahm insgesamt acht Mitglieder eines Betrügerrings fest, der sich jahrelang die Traumgewinne in die eigene Tasche gewirtschaftet haben soll. Damit hätten sie sich laut FBI über 13 Millionen Dollar, also rund 27,5 Millionen Mark, erschwindelt.

Zentrale Figur des Betruges war nach Angaben der Behörden der 58- Jahre alte Jerome Jacobson, ein Angestellter der Firma Simon Marketing. Die Agentur organisierte für McDonald's das Gewinnspiel und zog auch die Gewinner.

Doch Jacobson soll nach Erkenntnissen der Ermittler über Jahre falsch gespielt haben. Er habe Freunden Gewinntipps und Spielmaterial gegeben. Diese hätten wiederum Komplizen rekrutiert, die sich dann als vermeintliche Gewinner gemeldet und Preise bis zu einer Million Dollar kassiert hätten. Die Beute sei anschließend aufgeteilt worden.

Justizminister schaltete sich in die Aktion ein

Wie wichtig die Polizeiaktion in den Burger-süchtigen USA ist, zeigt die Beteiligung der Bundesjustiz. "Dieser Betrug hat den Kunden McDonald's eine faire und gleiche Gewinnchance genommen", sagte der amerikanische Justizminister John Ashcroft. Die Polizeiaktion lief unter dem Codenamen "Endgültige Antwort" ("Final Answer"). Den acht Überführten drohen nun Haftstrafen bis zu fünf Jahren und Geldstrafen bis zu 250.000 Dollar pro Anklagepunkt.

Um das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen, kündigte McDonald's ein neues großes Gewinnspiel bereits für Ende August an. In ganzseitigen Zeitungsanzeigen warb der Fast-Food-Konzern am Mittwoch für Vertrauen und versprach neue Spiele mit Gewinnen für insgesamt zehn Millionen Dollar.



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