Verschwörungstheorie Bielefeld existiert. Wirklich.

Im Sommer versprach die Stadt Bielefeld: Eine Million Euro für den, der beweist, dass es uns nicht gibt. 2000 Menschen haben es versucht - geschafft hat es niemand.

Martin Knabenreich (r), Geschäftsführer Bielefeld Marketing und Achim Held (l) aus Kiel, "Schöpfer" der "Bielefeld-Verschwörung, präsentieren das Denkmal für die Bielefeld-Verschwörung.
David Inderlied/ DPA

Martin Knabenreich (r), Geschäftsführer Bielefeld Marketing und Achim Held (l) aus Kiel, "Schöpfer" der "Bielefeld-Verschwörung, präsentieren das Denkmal für die Bielefeld-Verschwörung.


Ein Preisgeld von einer Million Euro versprach die Stadt Bielefeld im Sommer demjenigen, der beweisen könne, dass Bielefeld nicht existiert. Nun gab die Stadt bekannt: Niemand hat es geschafft. "Wir verabschieden uns von der Mär, dass es uns gar nicht gibt", sagte Oberbürgermeister Pit Clausen.

Rund 2000 Menschen beteiligten sich nach Angaben des Stadtmarketings an dem Wettbewerb. Mit wissenschaftlichen Abhandlungen, Kinderbildern, Comics und historischen Karten versuchten sie, Bielefelds Nichtexistenz zu belegen. Allein 350 Sendungen kamen aus dem Ausland.

"Für Laien waren diese Abhandlungen oft nicht nachvollziehbar", erklärte der Kommunikationsleiter von Bielefeld Marketing. "Also haben wir uns den Spaß gemacht, auch diese vermeintlichen Beweise gemeinsam mit Wissenschaftlern von der Universität Bielefeld und vom Stadtarchiv Bielefeld zu knacken."

Hintergrund ist eine immer wieder aufflackernde Verschwörungstheorie: Bielefeld existiere nicht. Sie geht zurück auf einen vor 25 Jahren im Internet aufgetauchten satirisch gemeinten Text. "Als ich die Satire zur Bielefeld-Verschwörung 1994 im Internet veröffentlichte, wollte ich mich über Verschwörungstheorien im Allgemeinen lustig machen", sagte Urheber Achim Held. "Es ging gar nicht primär um Bielefeld."

Der Witz entwickelte sich zu einem Dauerbrenner. Bielefeld hält seine Existenz nach dem Ende der Aktion für endgültig bewiesen. Ein 600 Kilo schwerer Gedenkstein in der Altstadt soll nun daran erinnern, was - so hoffen es die Bielefelder - nun ein für alle Mal klar ist. Bielefeld existiert. Wirklich.

muk/dpa/AFP



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