"Big Brother" Zweifel am Abstimmungsergebnis

Der Sieger von "Big Brother" heißt auf jeden Fall John: Keiner hat bei der Sendung so abkassiert wie Produzent John de Mol. An dem Abstimmungserfolg seines Namensvetters, der es 100 Tage in der Spanner-WG ausgehalten hatte, werden jedoch vermehrt Zweifel laut.


"Big Brother"-Erfinder John de Mol
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"Big Brother"-Erfinder John de Mol

Hamburg/Köln-Hürth - Ein Sprecher des Senders dementierte jedoch am Montag Berichte, nach denen Überraschungssieger John (26) aus Potsdam nur deswegen auf Platz eins gelandet sei, um seine Vermarktungschancen zu verbessern. Der aus Köln stammende Verlierer Jürgen (36), so hieß es in Zeitungsberichten, habe auch als Zweiter wegen seines lockeren Auftritts bessere Möglichkeiten, Werbeauftritte zu absolvieren, zu singen und zu schauspielern als der eher als "dröge" geltende John. Jürgen galt der große Favorit unter den zuletzt noch drei Bewohnern des "Big Brother"-Containers.

Johns Vorsprung war nach der Telefonabstimmung unter den RTL-2-Zuschauern hauchdünn. Für den arbeitslosen Zimmermann stimmten am Freitagabend nach Angaben des Fernsehsenders 50,4 Prozent, für Jürgen 49,6 Prozent der Zuschauer. "Millionen von Fans" hätten sich an der Abstimmung beteiligt, die genaue Zahl nannte RTL 2 nicht.

Verließ als letzter den Container: John bei einem Besuch des Festivals "Rock am Ring"
AP

Verließ als letzter den Container: John bei einem Besuch des Festivals "Rock am Ring"

Rund 4,6 Millionen Zuschauer verfolgten das Viereinhalb-Stunden-Finale. Seit dem 1. März konnten die Zuschauer jeden Abend verfolgen, wie die anfangs zehn von der Außenwelt isolierten Bewohner ihren Alltag gestalteten und miteinander umgingen.

Fest steht, dass für alle drei Finalisten, John, Jürgen und die abgeschlagene Andrea, in den nächsten Wochen ein Marathon durch TV-Talkshows beginnen wird. Die Produktionsfirma Endemol wird versuchen, sie mindestens genauso gut zu vermarkten wie den vor mehreren Wochen ausgeschiedenen Schwaben Zlatko Trpkovski, dessen CD "Ich vermiss' Dich wie die Hölle" inzwischen mehr als 800.000 Mal verkaufte. So sollen Jürgen und sein WG-Freund "Sladdi" eine gemeinsame CD produzieren.

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