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Empörung über Werbekampagne »Gar keinen Bock auf Arbeit morgen? Mach was dir Spaß macht und werde Lehrer*in«

»Man muss schließlich auffallen«: Das Kultusministerium in Baden-Württemberg wirbt großflächig um neue Lehrkräfte. Der Realschullehrerverband empfindet eines der Plakate als »Geringschätzung des Lehrerberufs«.
»HURRAAA!«-Werbeplakat am Flughafen in Stuttgart: »Gelandet und gar keinen Bock auf Arbeit morgen?«

»HURRAAA!«-Werbeplakat am Flughafen in Stuttgart: »Gelandet und gar keinen Bock auf Arbeit morgen?«

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Christoph Schmidt / picture alliance / dpa

Auf der Suche nach neuen Lehrkräften hat das baden-württembergische Kultusministerium mit einem Werbeplakat den Realschullehrerverband verärgert. Unter dem Slogan »HURRAAA!« wirbt das Land mit verschiedenen Slogans wie »Lust auf Veränderung? Dann werde Lehrer*in« vor allem um Quereinsteiger. Auf einem Großplakat am Stuttgarter Flughafen steht dabei neben dem auffälligen »HURRAAA!«: »Gelandet und gar keinen Bock auf Arbeit morgen? Mach was dir Spaß macht und werde Lehrer*in.«

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»Man wusste vor dieser Kampagne nicht, wie viel Blödheit auf ein einziges Plakat passt«, teilte die Landesvorsitzende des Realschullehrerverbandes, Karin Broszat, am Dienstag mit. Hier werde suggeriert, dass es Lehrkräften nur um die Ferien gehe. Diese Unterstellung rücke den Berufsstand in ein unglaubliches Licht. »Deutlicher und niveauloser kann man die Geringschätzung des Lehrerberufs in Baden-Württemberg nicht ausdrücken. Die Verantwortlichen sollten sich in Grund und Boden schämen.«

»Wir wissen um die Leistungen unserer Lehrkräfte«

Ein Ministeriumssprecher erklärte, die Slogans seien bewusst so gewählt worden, um Aufmerksamkeit zu erregen. »Man muss schließlich auffallen, und das tun etwa die Plakate. Das ist gut, und es funktioniert auch.« Auf einem kleineren im Ankunfts-/Abflugbereich des Flughafens stehe: »Kein Bock auf Deinen Job? Bloß weg hier? JUHUUU! Mach doch was Anderes und werde Lehrer*in.« Samt Verweis auf die Internetseite zum Bewerben  sowie Logos des Ministeriums und der allgemeinen »The Länd«-Kampagne.

Eine Woche nach Start der Werbekampagne in den sozialen Netzwerken am 17. Juli habe das Ministerium schon 8000 Weiterleitungen über die Kampagnenseite auf die Website zur Lehrkräfteeinstellung  verzeichnet. »Die Kampagne spricht also an, und man redet über sie. Das ist wichtig, weil wir Aufmerksamkeit benötigen, damit sich mehr Leute für den Lehrerberuf interessieren«, teilte der Sprecher mit.

Die Kampagne richtet sich den Angaben zufolge an »Menschen mit Berufserfahrung und einer geeigneten Bildungsbiografie, die sich vorstellen können, ihrem Leben eine neue Perspektive zu geben«. Aus Sicht des Ministeriums suggeriert sie dabei keineswegs, dass Lehrkräfte faul seien. »Wir wissen um die Leistungen unserer Lehrkräfte«, erklärte der Sprecher. »Wir wollen mehr Personen für diesen attraktiven Beruf gewinnen – und diese gute und erfreulicherweise auffallende Kampagne ist ein Mittel dafür.«

sun/dpa