Bamberg Gericht verurteilt ehemalige Schüler wegen gestohlener Abi-Aufgaben

Im Fall um die gestohlenen Abituraufgaben aus Bayern hat das Amtsgericht Bamberg ein Urteil verkündet: Die drei ehemaligen Schüler erhielten jeweils mehrmonatige Jugendstrafen, ausgesetzt zur Bewährung.
Zwei der drei Angeklagten warten im Gerichtssaal auf den Prozessbeginn: »Am Anfang war es Abenteuerlust«

Zwei der drei Angeklagten warten im Gerichtssaal auf den Prozessbeginn: »Am Anfang war es Abenteuerlust«

Foto: Nicolas Armer / dpa

Das Amtsgericht Bamberg hat drei ehemalige Schüler eines Gymnasiums in der Stadt zu jeweils mehrmonatigen Jugendstrafen verurteilt, weil sie Abituraufgaben aus der Schule gestohlen hatten. In seiner Urteilsverkündung sagte der Richter, es sei eine geplante Tat mit »krimineller Energie« gewesen.

Zwei der Beschuldigten waren im Mai 2020 in das Büro des Direktors eingedrungen, hatten den Tresor aufgebrochen und Prüfungsaufgaben in den Fächern Deutsch, Englisch und Latein herausgenommen. Dafür bekamen die beiden 19-Jährigen wegen Sachbeschädigung und Diebstahl jeweils eine Jugendstrafe von neun Monaten, ausgelegt auf zwei Jahre zur Bewährung.

Da der dritte Angeklagte das Gebäude verlassen hatte, bevor die anderen beiden Schüler die Aufgaben mitnahmen, erhielt dieser wegen Sachbeschädigung eine Jugendstrafe von sechs Monaten, ausgelegt auf zwei Jahre zur Bewährung. Alle drei müssen an einem Projekt für gemeinnützige Tätigkeiten teilnehmen.

»Am Anfang war es Abenteuerlust«, sagte einer der Angeklagten. »Anerkennung« sei zudem ein Grund gewesen. Zur Tatzeit wären sich die damals 18-Jährigen der Tragweite nicht bewusst gewesen.

Rund 33.000 Prüflinge hatten nach Angaben des Bayerischen Kultusministeriums nach der Tat im Mai 2020 Ersatzaufgaben bekommen. Vor Gericht entschuldigten sich die drei jungen Männer bei den geschädigten Schülern, der Schule, dem Direktor und dem Kultusministerium.

Die Staatsanwaltschaft hatte für alle drei Angeklagten eine Jugendstrafe von einem Jahr gefordert, ausgesetzt zur Bewährung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

kha/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.