Befragung zum Berufseinstieg In diese Bundesländer zieht es Studierende nach dem Abschluss

Hamburg und Berlin sind beliebt für den Berufseinstieg. Aus den meisten anderen Bundesländern zieht es die Absolventen eher weg, wie eine Befragung zeigt.
Wunschziel Hamburg: Viele Absolventen wollen in der Hansestadt arbeiten, obwohl sie in anderen Bundesländern studiert haben

Wunschziel Hamburg: Viele Absolventen wollen in der Hansestadt arbeiten, obwohl sie in anderen Bundesländern studiert haben

Foto: Stephan Wallocha / epd / IMAGO

Auf zehn Studierende kommen in Sachsen-Anhalt nur vier, die dort auch in den Beruf einsteigen wollen. Schlechter steht kein Bundesland da, wenn Studierende danach befragt werden, wo sie später arbeiten wollen.

Das hat eine Befragung der niederländischen Universität Maastricht für die Job-Plattform »Jobvalley« ergeben. Beim Übergang vom Hochschulabschluss zum Berufseinstieg wandern demnach vor allem in den ostdeutschen Bundesländern mehr Menschen ab als zu.

Details zur Befragung

Die Job-Plattform »Jobvalley« (ehemals »Studitemps«) zusammen mit dem Institut für Arbeitsökonomie der niederländischen Universität Maastricht. Die Zahlen sind eine repräsentative Sonderauswertung  der Studienreihe »Fachkraft 2030«.

Die weiteren Ergebnisse:

  • Auch aus Thüringen (-50,2 Prozent), Brandenburg (-47,6 Prozent) und Rheinland-Pfalz (-42,4 Prozent) wollen viele Absolventinnen und Absolventen nach dem Abschluss wegziehen. In Sachsen-Anhalt beläuft sich das Minus auf 63,1 Prozent.

  • Nur vier Bundesländer können von Studierenden profitieren, die nach dem Abschluss für den Beruf umziehen wollen: die Stadtstaaten Hamburg und Berlin sowie Bayern und Baden-Württemberg, also der industrie- und wirtschaftsstarke Süden.

  • Besonders gut kommt dabei die Hansestadt weg: Auf 100 Studierende aus Hamburg kommen 215 Absolventinnen und Absolventen, die nach dem Abschluss in der Stadt bleiben oder zuziehen wollen – ein Plus von 115,4 Prozent.

  • Berlin kommt auf ein Plus von 67,7 Prozent. Es folgen Bayern (+15,2 Prozent) und Baden-Württemberg (+14,3 Prozent).

Das habe auch finanzielle Folgen, weil sich dadurch die Bildungskosten sehr ungleich verteilen. »Andere Bundesländer tragen die Bildungskosten für die Arbeitskräfte dieser Gewinner-Länder«, so das Fazit der Analyse.

Größter Gewinner sei demnach Hamburg mit einem Plus von mehr als 1,2 Milliarden Euro. Besonders viel zahle Nordrhein-Westfalen drauf mit einem Minus von rund 676 Millionen Euro. Für die Summen wurden laut den Studienmachern die Ausgaben der Bundesländer pro Studierendem mit der Anzahl der Studierenden und dem erwarteten Wanderungssaldo verrechnet.

kfr