Kampf gegen Personalmangel an Schulen Bildungsministerin Stark-Watzinger fordert Leistungsprämien für Lehrer

An deutschen Schulen fehlt Personal. Damit sich das ändert, schlägt die Bildungsministerin eine »leistungsorientiertere Bezahlung« vor – und erhält Unterstützung vom Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes.
Bettina Stark-Watzinger Anfang Dezember im Bundestag

Bettina Stark-Watzinger Anfang Dezember im Bundestag

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Michael Kappeler / dpa

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger zieht Leistungsprämien für besonders engagierte Lehrkräfte in Betracht. »Die vielen motivierten und engagierten Lehrkräfte in unserem Land brauchen nicht nur mehr Anerkennung, sondern auch eine leistungsorientiertere Bezahlung«, sagte die FDP-Politikerin der »Bild«-Zeitung.

»Es muss sich mehr lohnen, sich für die Chancen und die Zukunft unserer Kinder einzusetzen«, so Stark-Watzinger. Konkrete Maßnahmen würden den Beruf auch für junge Menschen und Quereinsteiger attraktiver machen – und damit den Lehrermangel bekämpfen.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, unterstützte die Vorschläge der Ministerin. »Man kann durchaus erkennen, welche Lehrkraft gut ist«, sagte er derselben Zeitung. Die meisten Bundesländer verfügten bereits über Gesetze, die Zusatzleistungen für gute Lehrer ermöglichen, sagte Meidinger. Üppig seien diese Töpfe aber nicht, und nur die wenigsten Länder nutzten diese Option. Mehr Mittel seien erforderlich: »Die Prämie müsste zehn Prozent eines Gehalts umfassen können.«

Anfang Oktober wurde der Bericht »Bildung auf einen Blick 2022« veröffentlicht. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verglich dafür die Bildungssysteme von 45 Ländern. Eines der zentralen Erkenntnisse dabei lautete: Deutschland leidet unter einem akuten Mangel an Lehrkräften – zahlt im internationalen Vergleich aber Spitzengehälter.

Die Bezahlung allein sei für die Attraktivität des Lehrerberufs nicht entscheidend, erklärte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher. Wenn man Lehrkräfte frage, warum sie sich für ihren Beruf entschieden hätten, dann antworteten die meisten, sie wollten Kinder fördern und voranbringen. Gerade dafür bleibe im hiesigen System oft zu wenig Raum, sagte Schleicher. Mehr dazu – und zu den weiteren Erkenntnissen des Berichts – können Sie hier nachlesen.

aar/dpa
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