Bildung in der Energiekrise Kultusminister sichern offene Schulen zu

Kinder und Jugendliche sollen diesen Winter im Unterricht nicht frieren. Darin sind sich die Bildungspolitiker der Länder einig. Auch für Studierende und Wissenschaftler fordern sie Präsenzbetrieb.
Leeres Klassenzimmer (Symbolbild): »Schulen bleiben auf jeden Fall geöffnet«

Leeres Klassenzimmer (Symbolbild): »Schulen bleiben auf jeden Fall geöffnet«

Foto: Michael Weber / IMAGO

Die Energiekrise soll in den Klassenzimmern nicht spürbar sein. Die Kultusminister der Länder haben zugesichert, dass die Schulen in den kommenden Monaten auch bei einer möglichen Gasknappheit nicht geschlossen werden. Sie setzen sich zudem dafür ein, dass die Einrichtungen genug geheizt werden.

»Schulen bleiben in diesem Herbst und Winter auch in der Energiekrise auf jeden Fall geöffnet«, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und schleswig-holsteinische Bildungsministerin, Karin Prien (CDU), am Rande der Beratungen mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den Bundesländern. Das schulde man den Schülerinnen und Schülern als Gesellschaft nach zweieinhalb Jahren Pandemie.

Da, wo es möglich sei, sollten Schulen einen Beitrag zum Energiesparen leisten. »Das gilt aber ausdrücklich nicht für das Herabsenken der Temperatur wie in anderen Bereichen. Kinder dürfen in Schulen nicht frieren«, fügte Prien hinzu. Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) sagte, man werde sehr darauf drängen, dass in Zusammenarbeit zwischen Schulträgern, Kommunen, Bund und Ländern sichergestellt werde, dass Schüler im Unterricht nicht frieren, sondern gut lernen könnten.

Auch Forschungseinrichtungen seien systemrelevant

Die Kultusminister fordern auch eine Sicherstellung des Präsenzbetriebs von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. »Aus der Energiekrise darf keine Eiszeit für Forschung und Lehre werden«, sagte Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume (CSU) am Donnerstag nach Beratungen der KMK. Hochschulen, Unikliniken, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Studierendenwerke seien systemrelevant.

»Wir sind gemeinsam der Überzeugung, dass im Hochschulbereich ein Semester in Präsenz gewährleistet sein muss, nachdem die Studierenden über zweieinhalb Jahre erhebliche Einschränkungen in ihrer Ausbildung aber auch in ihrem sozialen Leben haben hinnehmen müssen«, sagte KMK-Präsidentin Prien.

Im Falle einer Gasmangellage forderte die KMK konkret den Schutz auch von außeruniversitären Forschungseinrichtungen und Studierendenwerken und richtete die Bitte an die Bundesregierung, klarzustellen, dass diese Einrichtungen neben den Hochschulen und Universitätskliniken zum Kreis der geschützten Kunden zählen. Unter anderem gehören private Haushalte, Kindergärten, Schulen, Kliniken, Universitäten, Polizei und Feuerwehr oder Strom- und Wasserversorger zu den gesetzlich geschützten Kunden, die vorrangig weiter mit Gas beliefert werden.

Die KMK verlangte zudem, dass die genannten Einrichtungen auch unter den Schutz der geplanten Energiepreisbremse fallen sollen.

kfr/dpa
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