Finanzbericht Bildungsausgaben sind im Coronajahr 2020 um sechs Prozent gestiegen

Digitalisierung, Hygienekonzepte und zusätzliche Betreuungsangebote sorgten für höhere Kosten: Die Ausgaben für die Bildung sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen – vor allem beim Bund.
Schülerinnen im Klassenzimmer (Archiv)

Schülerinnen im Klassenzimmer (Archiv)

Foto: Nicolas Armer / dpa

Die öffentlichen Bildungsausgaben in Deutschland sind im vergangenen Jahr erneut gestiegen auf knapp 160 Milliarden Euro. Das waren rund neun Milliarden Euro oder sechs Prozent mehr als 2019, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

In die Schulen floss demnach mit 76,8 Milliarden Euro knapp die Hälfte der Ausgaben. 36,2 Milliarden Euro entfielen auf die Kitas und 33,2 Milliarden Euro auf die Hochschulen. Bereits ein Jahr zuvor waren die Bildungsausgaben um 6,3 Prozent gestiegen.

»Auch im Bildungswesen war das Jahr 2020 stark von der Coronapandemie geprägt«, erklärten die Statistiker. Unter anderem hätten Digitalisierung, Hygienekonzepte und zusätzliche Betreuungsangebote höhere Kosten verursacht.

Länder zahlen am meisten, das größte Plus gibt es beim Bund

Getragen wurden die Mehrausgaben 2020 von Bund und Ländern.

  • Die Länder gaben den Angaben zufolge 111,8 Milliarden Euro aus und finanzierten mit rund 70 Prozent einen Großteil der öffentlichen Bildungskosten. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben der Länder um 6,6 Milliarden Euro (plus 6,2 Prozent).

  • Der Bund zahlte insgesamt 13,4 Milliarden Euro (plus 35,2 Prozent). Der starke prozentuale Anstieg gehe überwiegend auf Zuweisungen des Bundes an verschiedene Sondervermögen für Kindertagesbetreuung, Schulen und Bildungsförderung zurück.

  • Die Gemeinden gaben dagegen rund 34 Milliarden Euro für Bildung aus, etwa 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr.

Basis für den Bildungsfinanzbericht 2021 sind vorläufige Daten der öffentlichen Haushalte.

sun/dpa
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