Anti-Hippie-Vorschrift aus den Sechzigern Professor kämpft gegen Bartverbot an Uni in Utah

Koteletten sollten nicht unter das Ohrläppchen reichen, Schnurrbärte nicht über die Mundwinkel hinausragen: In den USA geht ein Professor gegen das Bartverbot einer Hochschule vor.
Mann mit Bart (Symbolbild): »Neue, menschlichere Politik, die Bärte auf dem Campus erlaubt«

Mann mit Bart (Symbolbild): »Neue, menschlichere Politik, die Bärte auf dem Campus erlaubt«

Foto: g-stockstudio / iStockphoto / Getty Images

Er hat die Nase voll von diesen ollen Vorschriften: Ein emeritierter US-Professor will, dass Studenten endlich wieder Bart tragen dürfen. Warner Wordsworth hat aus diesem Grund eine Petition gegen das Bartverbot an einer Universität gestartet, die von der Mormomenkirche geleitet wird.

Die Hochschule im Bundesstaat Utah schreibt Studenten vor, glatt rasiert oder höchstens mit einem kleinen Schnurrbart zu den Vorlesungen zu erscheinen. In den Regeln der Uni heißt es: »Koteletten sollten nicht unter das Ohrläppchen oder auf die Wange reichen. Schnurrbärte sollten, wenn sie getragen werden, sauber geschnitten werden und dürfen nicht über oder unter die Mundwinkel hinausragen. Von Männern wird erwartet, dass sie glatt rasiert sind, Bärte sind nicht akzeptabel«, wie der »Inquirer« berichtet.  

Lange Bärte nur für Hippies?

Dagegen will Wordsworth mit seiner Petition »Bring back the beard«  (Bringt die Bärte zurück) vorgehen. Die Vorschrift an der Brigham Young University stammt aus den Sechzigerjahren. Damals wurden lange Bärte noch mit den Hippies in Verbindung gebracht. Ihre Bewegung stand im Widerspruch zu den Lehren der Mormonenkirche.

Die einzigen Ausnahmen werden aus religiösen Gründen gewährt, etwa für muslimische Studenten. In Ausnahmefällen dürfen auch aus medizinischen Gründen Bärte getragen werden – etwa, wenn der Betroffene unter einwachsenden Haaren leidet.

Wordsworth zeigt für die antiquierte Regelung an seiner Hochschule kein Verständnis: »Wir brauchen eine neue, menschlichere Politik, die Bärte auf dem Campus erlaubt«, schrieb er in seiner Petition. Bärte seien von der Universitätsleitung in den Sechzigerjahren fälschlicherweise mit linken, pazifistischen Ansichten in Verbindung gebracht worden.

Bislang knapp 700 Unterschriften gesammelt

Dabei sei die Gesichtsbehaarung »eindeutig prophetisch«. Bärte seien über die Jahrhunderte hinweg von »rechtschaffenen Männern« getragen worden, begonnen beim Urvater Adam.

Bislang hat Wordsworth mit seiner Petition binnen eines Monats knapp 700 Unterschriften gesammelt. Die Universität hat rund 36.000 Studenten.

kha/AFP