Nach jahrzehntelanger Suche in Bibliothek Wertvolle Darwin-Notizbücher als gestohlen gemeldet

Seit 20 Jahren hatte niemand in der Unibibliothek in Cambridge die Notizbücher von Forscherlegende Charles Darwin gesehen. Man ging davon aus, dass sie schlicht verlegt worden waren – bis jetzt.
Universitätsbibliothek in Cambridge: jahrzehntelange Suche

Universitätsbibliothek in Cambridge: jahrzehntelange Suche

Foto: Cambridge University Library / dpa

Zwei kostbare Notizbücher des britischen Naturforschers Charles Darwin sind vermutlich vor rund 20 Jahren aus der Universitätsbibliothek in Cambridge gestohlen worden. Der Fall sei jetzt an die Polizei weitergeleitet worden, teilte Bibliotheksleiterin Jessica Gardner mit. Die Manuskripte seien in die Datenbank von Interpol für gestohlene Kunstwerke aufgenommen worden. Gleichzeitig rief sie die Öffentlichkeit zur Mithilfe bei der Suche nach den vermissten Werken auf.

Eines der Notizbücher aus dem Jahr 1837 enthielt eine Skizze zu Darwins späterem »Baum des Lebens«, die Grundlage für seine Theorie der natürlichen Auslese und einzige Abbildung in seinem Hauptwerk »Die Entstehung der Arten«. Der Stammbaum wurde zum Symbol der Evolutionsforschung.

Vermisst seit 20 Jahren

Der Universität zufolge wurden die beiden Notizbücher im September 2000 für einen Fototermin aus ihrem Saal geholt. Erstmals vermisst wurden sie bei einer Routinekontrolle im Januar 2001, doch man vermutete ein Versehen – die Bibliothek umfasst rund zehn Millionen Bücher, Handschriften und Karten.

Ihre Vorgänger seien nach dem Verschwinden der Manuskripte jahrelang davon ausgegangen, dass die Bücher ins falsche Regal einsortiert worden seien und wieder auftauchen würden, sagte Direktorin Jessica Gardner, die seit 2017 die Bibliothek leitet. »Als neues Team haben wir aufgerollt, was damals passiert ist und sind zu dem Schluss gekommen, dass die bisherigen Schritte nicht ausreichen.«

Aber auch nach der bislang umfassendsten Suche in der Geschichte der Uni-Bibliothek in diesem Jahr tauchten die beiden Notizbücher nicht wieder auf. Deshalb gehen die Kuratoren laut Bibliothek nun davon aus, »dass sie vermutlich gestohlen wurden«. Sie schätzten ihren Wert auf mehrere Millionen Pfund.

lmd/AFP
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