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Einsatz von KI an Schulen »Sicher werden Chatbots bei Hausaufgaben benutzt werden«

Das neue KI-Chatmodell ChatGPT kann Texte verfassen. Der Bayerische Realschullehrerverband fordert nun, dass Schüler und Lehrkräfte im Umgang mit künstlicher Intelligenz geschult werden. In New York reagierte man drastischer.
Arbeiten am Computer: Wer macht in Zukunft die Hausaufgaben?

Arbeiten am Computer: Wer macht in Zukunft die Hausaufgaben?

Foto: Lightpoet / imago images/Panthermedia

Der Bayerische Realschullehrerverband (BRLV) hat die Politik aufgefordert, die rasant fortschreitenden Entwicklungen bezüglich künstlicher Intelligenz und deren Einsatzmöglichkeiten an Schulen »nicht zu verschlafen«. Anlass ist der Hype um das neue KI-Chatmodell ChatGPT, einen einfach zu bedienenden Chatbot, der plausible, wenn auch nicht immer korrekte Texte verfassen und damit etwa Hausaufgaben von Schülern erledigen kann.

»Unsere Schulen werden vor völlig neue, noch nicht absehbare Herausforderungen hinsichtlich Unterrichtsgestaltung und Prüfungskultur gestellt«, warnt der Digitalbeauftragte des Realschullehrerverbands, Ferdinand Stipberger. Zwar sei ChatGPT noch fehleranfällig, aber werde sich weiter verbessern.

Schüler und Lehrkräfte fortbilden

»Sicher werden solche Chatbots zum Beispiel bei der Erstellung von Hausaufgaben vermehrt benutzt werden«, so Stipberger. Umso wichtiger sei es, Schülerinnen und Schülern so schnell wie möglich die nötigen Kompetenzen im Umgang mit KI-basierten Plattformen und Softwarelösungen zu vermitteln – auch, damit sie die Gefahren einschätzen könnten. Lehrkräfte müssten laut Verband ebenfalls entsprechend fortgebildet werden.

Das bayerische Kultusministerium geht die Herausforderung in einem Schulversuch bereits an: Seit September entwickeln 15 Modellschulen »verschiedene pädagogische Konzepte und Lernsettings, in denen auf Komponenten der Künstlichen Intelligenz zurückgegriffen wird«, teilte das Kultusministerium  mit.

Gegenüber dem kostenpflichtigen Briefing-Anbieter »Bildung.Table« sagte ein Sprecher des bayerischen Kultusministers Michael Piazolo (Freie Wähler) Anfang Januar, ChatGPT würde den Schulalltag verändern. Schüler müssten lernen, Ergebnisse von Internetrecherchen zu überprüfen und zu verifizieren.

New York verbannt Chatbot aus den Schulen

Das Ministerium in Hessen sieht laut dem Bericht sogar eine Chance im Chatbot. Der Sprecher von Kultusminister Alexander Lorz (CDU) sagte demnach, »Tools wie ChatGPT können Schülerinnen und Schüler individuell in ihrem Lernprozess unterstützen – und für Lehrkräfte eine Entlastung darstellen.« So könnten sich Lehrer noch mehr um die individuelle Entwicklung der Kinder kümmern.

In den USA sieht man das hingegen weniger entspannt. New York City hat vorige Woche entschieden, ChatGPT von öffentlichen Schulen zu verbannen. Wegen möglicher negativer Auswirkungen auf das Lernen von Schülern und Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Genauigkeit von Inhalten werde der Zugriff auf den Chatbot an den Schulen eingeschränkt, berichtete etwa CNN  unter Berufung auf die stellvertretende Pressesprecherin für die öffentlichen Schulen: »Während das Tool in der Lage sein mag, schnelle und einfache Antworten auf Fragen zu geben, baut es keine kritischen Denk- und Problemlösungsfähigkeiten auf, die für den akademischen und lebenslangen Erfolg unerlässlich sind.«

sun