Wegen Corona Brandenburg hebt Präsenzpflicht für Schüler auf

Nach dem von der Pandemie besonders betroffenen Sachsen will nun auch Brandenburg die Anwesenheitspflicht im Unterricht aufheben. Außerdem sollen die Weihnachtsferien vorgezogen werden.
Demnächst keine Anwesenheitspflicht mehr: Schulkinder in Brandenburg (Archivbild)

Demnächst keine Anwesenheitspflicht mehr: Schulkinder in Brandenburg (Archivbild)

Foto: Patrick Pleul / picture alliance / dpa-Zentralbild

Die steigenden Infektionszahlen schlagen sich in der Schulpolitik nieder: Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst hat am Dienstagmorgen angekündigt, nicht mehr auf der Anwesenheit der Schülerinnen und Schüler im Unterricht bestehen zu wollen. »Für den schulischen Bereich werden wir die Präsenzpflicht aufheben«, sagte die SPD-Politikerin im RBB-Inforadio .

»Es ist der Wunsch vieler Eltern, dass sie ihre Kinder nicht in die Schule schicken wollen«, argumentierte Ernst, die auch Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) ist. Die Einzelheiten – etwa Ausnahmen für Abschlussklassen – würden noch ausgearbeitet.

Zusätzlich plant Brandenburg, die Weihnachtsferien für Schülerinnen und Schüler im Land um drei Tage vorzuziehen. Ursprünglich sollte der 23. Dezember der erste Ferientag in Brandenburg sein. Neuer Ferienbeginn soll jetzt Montag, der 20. Dezember, sein. Damit, so die Bildungsministerin, entstehe ein unterrichtsfreier Block von 14 Tagen. Das Wort »Lockdown« vermied Ernst in dem Interview.

Ernst sieht auch die Erwachsenen in der Pflicht, durch Impfungen die Situation für die Kinder zu entspannen. Schulschließungen sollten nicht die Lösung sein.

Zahlreiche geschlossene Schulen in Sachsen

Zuvor hatte bereits Sachsen die Schulbesuchspflicht aufgehoben. Dort sind die Inzidenzzahlen im Bundesvergleich besonders hoch. An allen sächsischen Grund- und Förderschulen sowie den Kitas wird daher spätestens am 29. November der eingeschränkte Regelbetrieb eingeführt, heißt es in einer Mitteilung  des Kultusministeriums.

Dabei betont die sächsische Landesregierung: »Trotz Einschränkungen im öffentlichen Leben: Schulen und Kitas bleiben geöffnet« – eine Aussage, die nicht mehr überall gilt: Wegen lokaler Corona-Ausbrüche wurden am Dienstag allein in Dresden 19 Schulen ganz oder teilweise geschlossen, über 40 weitere Bildungseinrichtungen waren in der Landeshauptstadt schon zuvor dichtgemacht worden. In Chemnitz sind aktuell drei Schulen ganz geschlossen, zwei weitere teilweise. Und der Landkreis Bautzen meldet, Stand Dienstag, 38 betroffene Schulen.

In Brandenburg will die rot-schwarz-grüne Landesregierung angesichts der wachsenden Belastung von Krankenhäusern am Dienstag schärfere Coronaregeln beschließen . Ab Mittwoch soll die 2G-Regel in vielen Geschäften gelten, ausgenommen sind Supermärkte und andere Läden für den täglichen Bedarf.

Die 2G-Regel erlaubt den Zugang nur geimpften und genesenen Menschen, sie gilt bereits in Kneipen, Theatern, Kinos, Konzerthäusern und Bädern. Weihnachtsmärkte sollen wieder schließen. In bestimmten Fällen sind Ausgangsbeschränkungen von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr geplant.

mit Material von dpa
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