Corona in Kitas und Schulen Delta-Variante des Virus in mehreren Bildungseinrichtungen

In Kitas und Schulen mehrerer Bundesländer ist das Coronavirus in der ansteckenderen Delta-Variante aufgetreten. Zahlreiche Kinder, Betreuer und Lehrkräfte wurden in Quarantäne geschickt.
Vater mit Kindern vor einer Kita (Archivbild)

Vater mit Kindern vor einer Kita (Archivbild)

Foto: Peter Kneffel/ dpa

Die erstmals in Indien aufgetretene, als hochansteckend geltende Delta-Mutation des Coronavirus hat in Bildungseinrichtungen in mehreren Bundesländern zu Quarantäne-Anordnungen geführt.

Die Stadtverwaltung Dresden hatte bereits am Dienstag Coronafälle in drei Bildungseinrichtungen gemeldet . Betroffen sind eine Kita, eine Grundschule und eine Oberschule. Ausgangspunkt seien die Infektionen von drei Geschwistern, die diese Einrichtungen besuchen. »Dass es sich um die Delta-Variante handelt, hat bei den drei Fällen eine spezifische PCR-Testung bestätigt«, erklärte die Stadt.

In der Folge wurden alle Kontaktpersonen in Quarantäne geschickt: 21 Kinder und fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Kita, 32 Kinder und Lehrkräfte in der Grundschule und weitere sechs Jugendliche in der Oberschule. Die Stadt lobte ausdrücklich die betroffene Familie: Die habe sich »sehr verantwortungsbewusst« verhalten und sich nach einem ersten positiven Schnelltest unverzüglich beim Gesundheitsamt gemeldet.

Coronafall in Studierendenwohnheim

Einen Zusammenhang zum Todesfall eines aus Indien zurückgekehrten Studenten in einem Wohnheim an der Dresdner Hildebrandstraße gebe es jedoch ausdrücklich nicht. Das in einem Hochhaus untergebrachte Studierendenwohnheim stand Anfang Juni zeitweise komplett unter Quarantäne .

Auch in Hamburg wurde am Mittwoch nach SPIEGEL-Informationen die Delta-Variante in einer Grundschule entdeckt. Alle ersten Klassen der Schule im Stadtteil Lokstedt wurden daraufhin nach Hause geschickt, die Untersuchungen des Gesundheitsamts zur Identifizierung von Kontaktpersonen laufen noch.

Mindestens 15 infizierte Schülerinnen und Schüler gibt es an einem Gymnasium im Landkreis Hildesheim. Bei einigen von ihnen sei auch die Delta-Mutation entdeckt worden, meldet der NDR . Betroffen sind demnach drei Jahrgänge an dem Gymnasium. Die meisten der Infizierten besuchen gemeinsam eine Klasse.

Ein weiterer Infektionsfall zieht derzeit Kreise im baden-württembergischen Waiblingen. Nachdem dort ein Kitakind positiv getestet worden war und die bisherigen Untersuchungsergebnisse ebenfalls für die Delta-Variante sprechen, wurde am Dienstag beschlossen, sämtliche rund 150 Kinder und alle Beschäftigten einer städtischen Kindertagesstätte in Quarantäne zu schicken. Eine Sprecherin der Stadt bestätigte dem SPIEGEL, dass der Kita-Betrieb in der betroffenen Einrichtung für die kommenden zwei Wochen ausgesetzt sei.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach riet im RBB-Fernsehen zu Wachsamkeit. »Gerade bei der Delta-Variante haben wir in England gesehen, dass von den infizierten Kindern ein Prozent so schwer erkranken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen«, sagte Lauterbach. »Das ist keine Kleinigkeit.« Weil Kinder außerdem von schweren Langzeitfolgen – dem sogenannten Long Covid – bedroht seien, forderte Lauterbach auch für die jüngste Generation Impfmöglichkeiten.

him
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.