Coronapandemie 600 Millionen Euro flossen in außeruniversitäre Forschung mit Covid-Bezug

Mehr als 15 Milliarden Euro sind in Deutschland im ersten Pandemiejahr in außeruniversitäre Forschung und Entwicklung geflossen – mehr als im Vorjahr. Den Anstieg erklären Statistiker mit Ausgaben für Corona-Forschung.
Forschung im Labor (Symbolbild)

Forschung im Labor (Symbolbild)

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in Deutschland haben im Jahr 2020 fast 600 Millionen Euro für Projekte mit Coronabezug ausgegeben. Das hat das Statistische Bundesamt  am Donnerstag mitgeteilt. Die Gesamtausgaben für außeruniversitäre Forschung und Entwicklung beliefen sich demnach im ersten Pandemiejahr auf 15,6 Milliarden Euro – rund vier Prozent mehr als im Vorjahr.

Den Anstieg erklärt das Statistikamt vor allem mit Forschungsprojekten zur Coronapandemie, für die außeruniversitäre Einrichtungen fast vier Prozent ihres Gesamtbudgets ausgegeben hätten. Der Anteil der außeruniversitären Forschung an den Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland betrug demnach 15 Prozent.

Besonders hoch seien die Anteile der Coronaprojekte in Bundesforschungseinrichtungen wie dem Robert Koch-Institut, dem Paul-Ehrlich-Institut und der Fraunhofer-Gesellschaft ausgefallen. In den Bundeseinrichtungen machte die coronabezogene Forschung sieben Prozent der Gesamtausgaben aus, in den Einrichtungen der Fraunhofer-Gesellschaft waren es neun Prozent.

Weniger Frauen als Männer in der Forschung beschäftigt

Insgesamt setzten die außeruniversitären Einrichtungen rund 115.000 Beschäftigte (gemessen in Vollzeitstellen) für Forschung und Entwicklung ein. Gut die Hälfte davon war wissenschaftliches Personal. 58 Prozent der Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung waren Männer, 42 Prozent Frauen. Beim wissenschaftlichen Personal betrug der Frauenanteil 35 Prozent.

In die Statistik einbezogen wurden rund tausend Einrichtungen in der Hand von Bund, Ländern und Gemeinden beziehungsweise öffentlich geförderte private Einrichtungen ohne Erwerbszweck. Die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland lagen im Jahr 2020 nach vorläufigen Berechnungen des Bundesamts bei 105,9 Milliarden Euro. Der größte Teil davon entfiel demnach auf den Wirtschaftssektor, dessen Anteil bei rund 71 Milliarden Euro lag. 9,3 Milliarden Euro entfielen auf die Hochschulen.

Der Anteil der Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung lag gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2020 bei 3,1 Prozent. Die Ampelregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, den Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben bis zum Jahr 2025 auf 3,5 Prozent des BIP zu erhöhen.

fok/AFP