Schutz vor Corona Elternvertreter fordern Schulpersonal zu Impfungen auf

Die Impfpflicht soll »bundeseinheitlich gesetzlich festgeschrieben werden«: Der Bundeselternverband fordert, dass sich alle Lehrkräfte gegen Corona impfen lassen. Ein Lehrerverband sieht das kritisch.
Impfung einer Lehrerin in Hannover (im März): Impfquote bei 90 Prozent

Impfung einer Lehrerin in Hannover (im März): Impfquote bei 90 Prozent

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Elternvertreter haben sich für strengere Coronamaßnahmen ausgesprochen. Ines Weber, Vorstandsmitglied des Bundeselternrats, verlangte eine Impfung für möglichst alle Lehrkräfte. Dies müsse von der Bundesregierung »bundeseinheitlich gesetzlich festgeschrieben werden«, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es müsse verhindert werden, ganze Klassenverbände in Quarantäne zu schicken oder Schulen zu schließen. Allerdings fordere sie keine Impfpflicht für die Lehrerinnen und Lehrer, sagte Weber auf SPIEGEL-Anfrage.

Der Verband Bildung und Erziehung hatte Forderungen nach einer Impfpflicht für Lehrerinnen und Lehrer schon vor Monaten zurückgewiesen. Gewerkschaftschef Udo Beckmann verwies im Juli darauf, dass die Berufsgruppe mit überwältigender Mehrheit geimpft sei, die Impfquote liege teils bei 90 Prozent. Auch die Bundesregierung lehnt Impfpflichten ab.

Eine Impfpflicht ist in Deutschland zwar möglich, aber selten. So ist seit März 2020 der Nachweis einer Immunisierung gegen Masern für Kinder bei der Aufnahme in Kitas und Schulen vorgeschrieben. Für Lehr- und Erziehungskräfte gilt dies ebenfalls. Laut Infektionsschutzgesetz kann das Bundesgesundheitsministerium anordnen, »dass bedrohte Teile der Bevölkerung« an Schutzimpfungen teilzunehmen haben.

Abschaffung der regelmäßigen Coronatests an Schulen

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, hat sich für eine Abschaffung der regelmäßigen Coronatests an Schulen ausgesprochen. »Wir brauchen die anlasslosen Corona-Massentests in Schulen nicht mehr«, sagte Fischbach der »Bild«-Zeitung. Denn Kinder erkrankten selten schwer an Covid-19.

»Was uns aktuell wirklich Sorgen bereitet: Die Kinderstationen sind voll mit ganz jungen Patienten, die an Atemwegserkrankungen durch das RSV leiden«, sagte Fischbach. Coronafälle seien die Ausnahme. Der riesige logistische Aufwand der Schnelltests lohne sich nicht und führe nicht selten zu falschen Ergebnissen

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Textfassung war der Eindruck entstanden, der Bundeselternrat setze sich für eine Impfpflicht für Lehrkräfte ein. Wir haben die Formulierungen präzisiert.

kha/dpa
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