Wegen Corona Bayern verschiebt alle Schulabschlussprüfungen

Erst das Abi, jetzt auch alle anderen Abschlussprüfungen: Bayern hat angekündigt, sämtliche Examen in diesem Schuljahr um mindestens zwei Wochen nach hinten zu verschieben.
Schülerinnen und Schüler in Straubing während einer Abiturklausur (Archivbild)

Schülerinnen und Schüler in Straubing während einer Abiturklausur (Archivbild)

Foto: Armin Weigel / picture alliance / dpa

Die Abiturprüfungen waren bereits verschoben, jetzt zieht das bayerische Kultusministerium auch bei den anderen Schulabschlüssen nach: Wegen der Corona-Pandemie werden landesweit alle Abschlussprüfungen verschoben.

An Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen in Bayern machen die Schülerinnen und Schüler ihr Examen in diesem Jahr zwei Wochen später, an den Fachoberschulen und Berufsoberschulen sogar gut drei Wochen nach dem ursprünglich angepeilten Termin. Das teilte das Kultusministerium  in München mit.

Auch während des zweiten Schulhalbjahrs werde es bereits Corona-bedingte Änderungen geben: In der Oberstufe der Gymnasien und in der Grundschule wird die Zahl der Klausuren und Probearbeiten nochmals reduziert – als Reaktion auf die aktuellen, bislang bis Monatsende befristeten Schulschließungen.

»Dieses Schuljahr im Zeichen der weltweiten Corona-Pandemie erfordert besondere Maßnahmen«, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). »Wichtig ist mir: Wir ermöglichen allen Jugendlichen in den jeweiligen Abschlussklassen faire Bedingungen für ihre anstehenden Prüfungen.« Auch in Klasse vier, wenn der Übertritt auf weiterführende Schulen ansteht, nehme man mit den jetzt angekündigten Änderungen zeitlichen Druck heraus.

Kein einheitliches Vorgehen der Länder

Auch andere Bundesländer hatten bereits angekündigt, dass die Abschlussprüfungen in diesem Jahr anders als geplant verlaufen werden. So wollen mehrere Bundesländer auf die Examensklausuren für den Mittleren Schulabschluss verzichten; andere haben die Verlegung von Ferienwochen oder die Einrichtung zusätzlicher Unterrichtstage für Abiturientinnen und Abiturienten angekündigt.

Dass es dabei kein einheitliches Vorgehen der Bundesländer gibt, hatte Dario Schramm von der Bundesschülerkonferenz im SPIEGEL-Interview scharf kritisiert: »Den Kultusministerinnen und -ministern fehlt der Mut. Sie denken nur an die nächste Woche, nicht aber an den nächsten Monat.« Schramm forderte schnelle Festlegungen zu den Prüfungen im Frühsommer.

Britta Ernst, Bildungsministerin in Brandenburg und derzeitige Präsidentin der Kultusministerkonferenz, hatte dagegen im SPIEGEL betont: »Unsere Linie ist klar: Solange es geht, halten wir an den normalen Rahmenbedingungen fest. Das ist unsere Maxime. Nicht zu wissen, wie es in ein paar Wochen aussieht – damit müssen wir leider leben, so schwer das auch sein mag.«

him/dpa